20.11.2022 Spiel oder Arbeit

Für mich ist Arbeit Lebenselixier. In der Arbeit kann ich etwas bewirken, sehe ein Resultat. Gut, ich habe halt auch die schönste Arbeit der Welt, ich bin Bäuerin! Mein Alltag gestaltet sich vielfältig und spannend. Ich kann mich in den verschiedensten Sparten verwirklichen, die Arbeit einteilen wie es mir passt! Der Sonntag ist eher langweilig und zum Glück schnell vorbei.

Bei unseren Enkelinnen beobachte ich dasselbe Muster. Elin hält es nach dem Z’Vieri fast nicht mehr aus. Sie will unbedingt in den Stall, Papi helfen, ausmisten und Kälber tränken. Seit Romina eine ganze Kuh alleine melken durfte, möchte sie dies natürlich auch, Elin ist 4 Jahre alt. Es kann vorkommen, dass Romina am Sonntag um 6 Uhr plötzlich im Stall auftaucht und mithilft. Elins Zeit ist eher abends, sie bewegt sich im Stall als ob sie ihn auch alleine schaffen würde. Die kleine Livia darf auch kurz vor Stallende noch schnell in den Stall. Trotzdem reicht es noch zum Zizentauchen, das macht sie am liebsten. Livias Leidenschaft sind eher die Kleintiere, die sie zusammen mit Franziska füttern darf. Ist sie schlecht gelaunt, weint und zickt muss man nur fragen «gömmer zu de Häsli» und schon ist die Welt wieder in Ordnung. Elin wird vermutlich mit 14 Jahren schon auf dem Traktor sitzen, Romina nicht. Marco fragte Romina im Sommer ob sie Lust habe, einmal mit dem Traktor zu fahren? Da meinte sie nur kategorisch «kei Bock»

Wenn ich unsere Enkelinnen beobachte, habe ich nicht das Gefühl «das ist Kinderarbeit». Ich denke in diesem Alter verwischt sich Spiel und Arbeit noch stark. Niemand zwingt sie zu Stallarbeiten, für sie ist es Spass, Langeweile kommt selten auf.

 

 

18.11.2022 Der Winter hat uns wieder…

…obwohl, wie schon oft, hat uns Amerika den grossen Schnee weggeschnappt. Während die im Schnee versinken, zuckert es uns gerade so ein bisschen ein. Geduld vielleicht kommt er noch, der Schnee. Zum Glück können wir Menschen das Wetter noch nicht selber gestalten, ich glaub das gebe noch ein grösseres Desaster als wir jetzt schon mit der Klimaerwärmung haben.

Ich selber bin froh, dass ich noch mit dem Rad auf den Betrieb fahren kann. Ok, Laufen wäre für mich ideal, das aktiviert den ganzen Körper und der Kopf bekommt auch Luft. Aber, wenn ich auf den Betrieb gehen muss, bin ich dort schon das erste mal groggy! So brauche ich, kaum angekommen, meine erste schöpferische Pause. 

Im Grunde ist es egal, weil e «tote Hose» ist. Letzte Woche habe ich noch 150 Gläser Heidelbeerkonfitüre eingekocht und 14 Kg Alpbutter eingesotten. Seit ein paar Tage putze ich nur noch. Ecke für Ecke! Tische auf die Seite rücken, saugen, fegen, desinfizieren, Tische wieder zurück und zur nächsten Ecke…! Gut, im Grunde genommen putze ich ja immer, doch ein paar Mal im Jahr halt etwas gründlicher.

14.11.2022 Jetzt wird eingesotten

Wir sieden die Butter ein, um sie haltbar zu machen. Mit dem einsieden binden sich alle eiweisshaltigen Substanzen in der Butter, es entsteht «die Druse» die sich auf den Pfannenboden senkt.  Ohne diese Druse bleibt die Butter mehrere Monate haltbar und beim Erhitzen in der Pfanne, verbrennt sie nicht. Im Sommer hatte ich keine Zeit, deshalb habe ich die Butterblöcke von der Alp vorzu eingefroren.

Das einsieden von Butter ist so eine Sache, sie fordert deine ganze Aufmerksamkeit. Denn obwohl es in den Rezepten immer so einfach beschrieben wird – die Butter verhält sich immer anders. Wichtig ist, dass man die Butter nur schwach sieden lässt, denn sie brennt gerne an. Manchmal geht es sehr lange, bis sie aus klart, es kann aber auch sehr schnell gehen. Es kann auch vorkommen, dass die Butter schon auf Stufe 1 aufschäumt, dann muss man rühren, rühren, rühren, oder sogar vom Herd nehmen. Klart sie dann endlich aus, kommt es noch auf den richtigen Punkt an. Der Schaum oder die Blasen sollten ganz leicht gebräunt sein. Dann kann man nämlich die Druse weiter verwenden für einen Kuchen, oder aufs Brot streichen. Die Druse hat einen leichten nussigen Geschmack. Fazit beim Einsieden: Butter nicht aus den Augen lassen!

Meine Schwiegermutter erzählte mir: Früher wurde die Butter auf der Alp gesammelt. Erst Ende Alp, bei der Käseteilete durfte die Butter aufgeteilt werden. Die Butterblöcke wurden oft in Blaktenblätter eingewickelt. Mangels Kühlung war sie, grün, ranzig und schimmlig. Dies wurde zu Hause grosszügig abgeschnitten und die Butter kam in die Pfanne zum aussieden.

Ich höre immer wieder, «früher war die Alpbutter viel besser». Naja, der heutigen Alpbutter fehlt der ranzige Geschmack, den die älteren Menschen noch gewohnt waren und halt einfach dazu gehörte.

 

05.11.2022 Der erste Schnee

Tatsächlich die letzte Nacht hat uns der Winter gezeigt, dass er es noch kann. Als ich die Vorhänge zog, lag alles vor mir unter einer dicken Schneedecke. Dick fielen die Schneeflocken vom Himmel und auf der Strasse lag der Pflotsch. Hmm…, so musste ich gestern zu Fuss auf den Betrieb. Ich suchte mir die Winterschuhe aus dem Schuhkasten, die werden wohl jetzt nicht mehr versorgt.

Dann kam schon die erste SMS von den Unterländer. «Wo bleiben die Fotos vom Schnee!»

In Lenzerheide und Davos hatte es mehr geschneit. Dafür hält der Schnee bei uns länger, denn mit diesen paar Sonnenstrahlen die unser Dorf noch erreichen, lässt sich nicht viel Schnee wegschmelzen.

Trotzdem waren die Wiesen gegen Abend wieder grün und die Strassen trocken. Der Boden ist halt noch sehr warm. Das hat den Winter wohl geärgert. Über Nacht legte er noch einmal eine dünne Schneedecke übers Tal. Mit dem Schnee kam auch die Kälte. So wanderten nicht nur Winterschuhe, sondern auch Jacke, Mütze und Handschuhe aus dem Schrank. Dabei hängen die Sommerjacken immer noch an der Garderobe.

Marco hat übrigens seine Mausefallen noch gefunden!

03.11.2022 «Iwintere»

Meteor behauptet: «Der Schnee kommt diese Nacht.»

Irgendwie waren wir noch gar nicht darauf gefasst. Die Frostnächte hielten sich in Grenzen, der Boden ist noch nicht gefroren. Es ist kälter geworden, aber eigentlich herrschen noch angenehme Temperaturen. Jedenfalls am Tag, gegen Abend wird es schon frostiger und ich bin froh um unseren Speicherofen. Wenn’s Morgen wirklich eingeschneit hat, frag ich mich, ob Marco diesen Herbst seine Mausefallen auf der Wiese noch findet.

Schon vor ein paar Tagen, hat die Gemeinde die Schneepfosten gesteckt. In den Gärten wird überall noch fleissig gearbeitet. Sträucher zusammengebunden, Stauden zurückgeschnitten und Blätter zusammengekehrt. Vor dem Kurhaus stehen Liegestühle und Bänke bereit für die Remise. Es hat sogar Bäume die schon ganz nackt in der Landschaft stehen. Unsere Lärche vor dem Haus hat auch bald keine Nadeln mehr. (Die letzten wandern noch in unserer Stube.) Auf den Fenstersims sieht man kaum mehr Geranien, ausser bei uns. Dafür stehen überall Töpfe mit Erika, die werden morgen farbenprächtig aus dem Schnee gugseln.

Unsere zweibeinigen Wetterfrösche haben uns einen milden Winter, ohne viel Schnee prophezeit. «Schnee, vor Weihnachten könne man vergessen» und dabei nicken sie vielsagend und gemächlich. Die Natur sagt da etwas anderes: Wenn der Vogelbeerbaum viele Beeren trägt, dann gibt es einen harten Winter. Dieses Jahr sind die Äste des Vogelbeerbaums noch schwer beladen. Es müsste also ein schneereicher Winter geben. Im Frühling werden wir Bilanz ziehen.

 

31.10.2022 Ein Bild geht um die Welt

Was für ein eindrückliches Bild, es war in allen Medien zu sehen. Fotografiert hat es Philipp Schmidli freischaffender Berufsfotograf von Swiss-Image. Er war der einzige Fotograf der mit einem Helikopter Luftaufnahmen vom Weltrekord machen durfte. Drohnen waren verboten.  Herr Schmidli hat zuvor die besten Stellen mit Google Earth auskundschaftet. Hilfreich war auch der Pilot, der die Gegend in- und auswendig kannte. Ein Flughelfer achtete auf die vielen Stromleitungen.

Auch wir sind total fasziniert von dem Bild. Es wäre schön, könnten wir es als gross Bild an die Wand heften. So als kleine Erinnerung an den Weltrekord von unserer kleinen Roten.

29.10.2022 Der Weltrekord ist geknackt

Es war unglaublich und faszinierend. Der Zug kam bei Plaz aus dem Tunnel und wollte nicht mehr Enden. Wie ein riesen Bandwurm schlängelte er sich den Berg hinunter. Da stellten sich die Härchen am ganzen Körper auf. Auch wenn ich kein grosser Bahnfan bin, die kleine Rote gehört halt einfach zu uns.

Ja, das ist unserer RhB, auch wenn sie klein ist vermag sie grosses zu leisten. 1910 Meter lang war der Zug, 100 Wagen, 7 Lockführer und 21 Techniker werden eingesetzt um den Zug sicher nach Alvaneu zu bringen.

Ich hatte auch einen VIP-Platz. Vom Balkon meiner Schwägerin aus konnten Cecile, Selina und ich das ganze Geschehen verfolgen. Die Sicht zum grossen Bildschirm und auf Plaz war einfach perfekt.

Es war ein toller unvergesslicher, aber auch strenger Tag. Franziska und Selina konnten kaum noch stehen. Marco musste zwischendurch die Segel streichen, weil er eine Pause brauchte. Auch ich habe mir eine Pause auf dem Sofa gegönnt. Aber die Angst etwas zu verpassen war gross, deshalb waren wir beide nach einer Stunde wieder vor Ort. Marco war im Element, er verkauft Käse, Salsize und Liköre wie ein Weltmeister. Cecile und Rita Bina unterstützte ihn dabei, sie waren ein richtiges Traumteam. Franziska, Riet und Selina verkauften im Zelt Raclette und unsere Hauswürste, ein Knochenjob der leider keine Pause erlaubte. Franziskas Schwestern hatten die Kinder unter ihren Fittichen. Auch ein Job bei dem die Müdigkeit vorprogrammiert war. Im Hintergrund hatten wir noch ein Heinzelmännchen, Hugo, Franziskas Vater. Er war immer zur Stelle sobald wir ihn brauchten. Fazit: Trotz der ganzen Anstrengung, wir waren alle zufrieden mit unserer Leistung und konnten uns gegenseitig auf die Schulter klopfen. Das haben wir sehr gut gemeistert. Wir haben schon eine ganz tolle Familie. 

28.10.2022 Bald ist es soweit

Am Abend machten Franziska und ich noch eine Runde um das Gelände. Es scheint alles bereit. Keine Hektik, keine spürbare Nervosität – es kann losgehen. Im Zelt sind die Foodstellen eingerichtet. Der Boden ist sauber mit Brettern ausgelegt, die Tische gestellt und gedeckt. Strom für all die Geräte ist vorhanden. Fliessendes Wasser, Geschirr wird zur Verfügung gestellt. Am Zelteingang können die Gäste Bons lösen, so wird eine schnelle Bedienung gewährleistet. Wir sind begeistert. Wir binden der RhB ein grosses Kränzchen für ihre tolle Organisation. Da wurde nichts dem Zufall überlassen, es war einfach perfekt. Was bei diesem Anlass besonders schön war: Wir Einheimischen wurden überall einbezogen. Wer wollte konnte mitmachen, mithelfen und sich einbringen. Natürlich gibt es auch bei uns im Dorf die ewigen Motzer, das tut mir leid. Wieso sich nicht einfach freuen über dieses Engagement der RhB, was für eine weltweite Gratiswerbung für Bergün. Einfach fantastisch.

Ins VIP-Zelt durften wir leider nicht mehr. Da war alles mit rotem Teppich ausgelegt. Franziska musste ihnen noch Überziehplastikschuhe holen, damit die Arbeiter letzte Installationen machen konnten, ohne den Teppich schmutzig zu machen.

24.10.2022 Weltrekordversuch

Die RhB hat grosses vor, einen Weltrekordversuch: der längste Personenzug der Welt. Auf unserer Wiese hinter der Kirche entsteht ein grosses Zelt für 3000 Gäste. Total verrückt, aber alles was verrückt ist, ist doch auch spannend. Organisiert hat vor allem die RhB. Zum Glück! Eine Herkulesaufgabe die wir Bergüner nie hätten stemmen können. Wir konnten nur staunen was bei so einem Fest alles organisiert werden musste. Vor unserem Stall stellten sie einen überdimensionalen TV-Bildschirm auf. Er faszinierte uns und wir hatten schon unsere Ideen für die Weiterverwendung. Wolfgang unser Nachbar, wollte ihn gleich dort stehen lassen, weil er vom Stall her genau auf den Bildschirm sehen konnte. Riet meinte, das komme gar nicht in Frage, der Bildschirm komme bei ihm in die Stube.

Ausgerechnet als das Zelt aufgestellt wurde fing es an zu regnen. Wie aus Kübeln fiel der Regen vom Himmel. Tagelang hatten wir das schönste Wetter, strahlender Sonnenschein mit angenehmen Temperaturen. Mir taten vor allem die Männer leid. Sie mussten in der enormen Nässe und dem rutschigen Matsch die beiden Zelte aufstellen. 

12.10.2022 Kleine Anekdoten die mich freuen

In unserem Lädeli gibt es immer wieder lustige und erfreuliche Begegnungen. Die Tür des Eventraums war offen und während der Vater einkaufte schlüpften die beiden Buben hinein und fingen an mit der Brioholzbahn von unseren Enkelinnen zu spielen. Als der Vater es sah, schimpfte er und meinte das ist privat. Ich habe ihn beruhigt er solle sie doch spielen lassen. Kaum fertig mit einkaufen setzte er sich zu ihnen auf den Boden und sie spielten sicher noch eine halbe Stunde zusammen mit dem Züglein. Von diesem Tag an, kamen sie jeden Tag. Die Buben schlüpften in den Eventraum zur Briobahn und der Vater kaufte ein. Hinterher setzte sich der Vater zu den Buben und sie spielen zusammen. Da war kein Geschrei, kein Herumrennen, kein Streiten. In einer Ruhe stellten sie die Bahn zusammen und fingen an zu spielen. Hinterher war alles tipp topp aufgeräumt, kein Hölzchen lag daneben. Riet kam Ende Woche zu mir und erzählte mit erstaunter Miene: «Heute ist etwas Seltsames passiert. Da kamen zwei Buben mit ihrem Vater setzten sich in den Eventraum und spielten mit der Briobahn.»

Am Abend bekam ich sogar ein kleines, privates Ständchen. Zwei Frauen kamen einkaufen und eine der Frauen musste fast jeden Rappen zusammenkratzen, weil sie nur wenig Bargeld mit sich trug und kein Twint hatte. Sie lachte über das ganze Gesicht:

«Jetzt hatte ich aber Glück, sonst hätte ich singen müssen»

«Oh, das hätte mir aber auch gefallen», meinte ich spontan

Da fingen die beiden Frauen an zu singen

«Mir isch alles ei Ding, ob ich lach oder sing…»

Das war so schön. Ich habe mich total darüber gefreut.

09.10.2022 Der goldene Herbst

Ich liebe die Lärchen, wenn sie sich im Herbst golden präsentiert.   

Ich liebe die Lärchen, weil ich durch ihr lockeres Geäst, die Vögel besser beobachten kann.

Ich ärgere mich über die Lärche, weil sie ihr im Herbst ihr Nadelkleid verliert und die Nadeln jeden Tag den Weg in meinen Gang, Küche und Stube finden.

Ich ärgere mich über die Lärche, weil die feinen Äste beim leichtesten Sturmtief brechen und wir Wiesenränder davon mühsam räumen müssen.

Zur Lärche haben wir Landwirte so unserer Hassliebe. Zwar erfreuen auch wir uns an ihrem goldenen Kleid im Herbst. Aber kann sich die Lärche nicht einfach im Wald ausbreiten und Wiesen, Weiden ganz weit links liegen lassen? Auf den Weiden dürfen wir die Lärche nicht roden. Die Äste der Lärchen wachsen nicht so dicht wie zum Beispiel die Tanne, die kaum ein Lichtstrahl bis zum Boden lassen. Folglich, wäschst bei der Lärche das Gras bis zum Stamm. Es stört so den Weidewuchs nicht – sagt der Förster.  Die Lärche ist des Försters heilige Kuh!

Besonders schlimm sind die Lärchen vor der Haustür, die Sauerei jeden Herbst ist haarsträubend. Dabei gibt es sogar Menschen die sich die Lärche sogar in den Garten setzen.

Trotzdem warten wir jedes Jahr auf einen richtig schönen goldenen Herbst. Denn was wären unsere Täler ohne diesen phänomenalen Anblick. Wenn die Sonne das Gelb leuchten, der Nebel mystisch schimmern und der Tau glitzern lässt. Es braucht ein paar Fröste und fast über Nacht ist das Goldkleid da. Dann hoffen wir, dass der erste Herbststurm auf sich warten lässt und wir lange was haben von unserem goldenen Herbst

30.09.2022 Die Kühe kehren zurück ins Tal

So langsam füllt sich der heimische Stall wieder. Als erstes treffen die Kühe ein, die noch Milch geben. Eine Erleichterung für Riet. Die ganze Arbeit gestaltet sich leichter und einfacher zu Hause im Stall. Kein hochfahren mehr ins Maiensäss, kein abholen von der Weide vor dem Melken und wieder rauslassen. Kein Anbinden zum Melken, kein striegeln und von Hand ausmisten.  Was aber auch heisst, das letzte Mal Milch vom Maiensäss für den Maiensässkäse.

Auch ein paar Ochsen stehen schon im Stall und natürlich unser erstes Kälbchen, Romana, es kuschelt sich in ihrem Strohbett. Bald kommen auch die tragenden Kühe nach Hause und Romana wird Spielgefährte bekommen. So kehrt die Winterzeit ein.

Unsere Mitarbeiterin Flurina hatte gestern ihren letzten Arbeitstag. Sie möchte mit ihrer Schwester England bereisen. Eine gute Idee, reisen muss man in der Jugend. Wenn die Neugierde noch frisch ist und die Abenteuerlust einem zwickt. Wir hoffen natürlich, dass sie nach ihrer Reise immer mal wieder bei uns vorbeischaut.

Bald bekommen wir eine neue Mitarbeiterin, auch eine Flurina, das ist praktische, wir freuen uns schon auf sie und sind gespannt wie sich die Arbeitseinteilung einspielen wird. Flurina war ein paar Jahre auf der Alp käsen und wird sicher eine Bereicherung für uns sein.

29.09.2022 Kaninchen auf Abenteuer

Das Gehege von unseren Kaninchen wurde vergrössert. Zur Freude von unserer kleinen Rasselbande, sie rannten herum, machten riesen Sprünge und erkundeten ihren neuen Auslauf aufs genauste. Trotz der Grösse des neuen Spielplatzes währe es doch interessant zu wissen, ob da nicht noch mehr im Angebot ist, vielleicht ein kleines Schlupfloch, Gitter die nicht bis ganz in den Boden reichen, oder kann man sich da sogar untendurch graben?

Die ersten paar Tage war Kanincheneinfangen der Tagessport. Plötzlich sah man die Bande Richtung Garten hoppeln. Dann verschwand eines in der Remise und ein kleines Schwänzchen blitze unter dem Holzstapel auf. Aber Franziskas detektivischer Spürsinn war hervorragend, sie fand jedes Schlupfloch. Mittlerweilen reiten die Kaninchen nicht mehr auf der «Free Willi Welle». Die kleine Wiese haben sie brav abgefressen, wie kleine Rasenmäher.

23.09.2022 Das erste Herbst Kälbchen

Heute haben wir noch ein weiteres Ereignis zu erzählen. Das erste Herbstkälbchen wurde geboren. Zuoberst auf der Wiese im Val Tuors. Romina hat das Kälbchen Romana getauft. Die Mutter des Kälbchens heisst Pinga, es ist schon ihr drittes Kalb.

Romana ist trotz ihrer Grösse kräftig und nicht gerade ein Fliegengewicht. So brauchte Flurina einen gehörigen Kraftaufwand um sie zur Strasse zu tragen, damit sie nach Hause in den Stall ins warme Strohbett zu liegen kam. Die Kuh lief, Gott sei Dank, gemütlich hinterher in den Viehwagen. Jetzt sind sie zu Hause im Stall und es kann ihnen nichts mehr passieren.

23.09.2022 Maiensässkäse

Wie schon erwähnt ist der Käse von der Maiensässmilch ganz besonders. Natürlich hat es auch damit zu tun, dass die Kühe kein Zusatzfutter bekommen. Sie geniessen die letzten warmen Tage auf der Weide. Das Gras ist jung, die Wiese wurde schon einmal gemäht. Für einen zweiten Schnitt ist es zu kurz, aber abweiden geht noch wunderbar. Sicher denken sie jetzt: Die Kühe lieben speziell die vielen verschiedenen Kräuter. Wilden Thymian, Kümmel, wilde Karotte und die Vielfalt der verschiedenen Blumen. Weit gefehlt. Kühe lieben Luzerne, Kunst Wiesen, Klee, das rutscht ohne zu kratzen den Hals hinunter.

Wenn sie ihren Kinder Schnitzel/Pommes hinstellen oder einen Gemüseauflauf mit Salat, was würden die Kids dann wählen…? Genau mit viel Ketchup.

 

Aber wie bei den Kindern heisst es auch bei unseren Kühen, gegessen wird, was auf den Tisch kommt.

Deshalb bekommen wir auch diese vorzügliche Maiensässmilch um zu käsen.

Ob Livia einmal Milchtechnologin wird? - erste Interessensanzeichen sind vorhanden!

 

22.09.2022 Maiensäss

Das Maiensäss ist eine Zwischenstation von der Alp bis ins Tal. Früher als der Landwirt das Heu mit Ross/Ochs und Wagen transportieren musste, war der Weg bis ins Tal viel zu lange. Deshalb entstanden die Maiensässe mit Stall und Heustall. Vielerorts entstanden nur die Heugatten. Im Winter wurde dann das Heu mit Schlitten ins Tal geholt. Bei uns zog man im Frühling und im Herbst  mit Sack und Pack ins Maiensäss. Sogar die Hühner und die Katze mussten mit. Die Milch hat man dann verkäst. Vor dem ersten Schnee, kamen die Kühe nach Hause und das Jungvieh blieb noch zum «Ausfuttern» im Maiensäss. Das Hüten und Versorgen dieser Tiere im Maiensäss war meistens die Aufgabe des Altbauern.

Heute wird das ganze Heu direkt ins Tal gefahren. Die Maiensässe dienen dazu, die Wiesen rundum noch einmal abzufressen. Ich weiss nicht wieso, aber die Milch, die im Maiensäss gemolken wird ist einfach anders als die im Tal. Die Käse sind dunkler im Teig und geschmacklich unterscheiden sie sich auch vom Käse der Riet von der Talmilch macht. Heute melken wir nur noch kurz in den Maiensäss. Meistens 14 Tage in Sagliaz und 14 Tage in Naz. Die Milch kommt zum Käsen in unsere Käserei. Oben im Maiensäss haben wir leider nicht mehr die Möglichkeit zum käsen. Deshalb hängt das ehemalige Käskessi jetzt bei uns in unserem Spezialitätenlädeli. Es hat seinen Platz gefunden, irgendwann weiss ich auch was ich mit dem Kessel anstellen soll!

 

20.09.2022 Väterchen Frost hat uns im Griff

Normalerweise haben wir schon viel früher ab und zu einen Frost. Doch in diesem Jahr verwöhnte uns der Spätsommer bis weit in den Herbst mit seinen angenehm warmen Temperaturen.

Dafür blinzelte uns heute der Frost gleich mit Null Grad verschmitzt entgegen als wir die Vorhänge zogen. Wiesen, Blumen, Bäume, Zäune und die Dächer der Häuser, alles überzogen mit einer feinen, in der Sonne glitzernde Eisdecke.

Dafür kündet uns ein stahlblauer Himmel einen wunderschönen Herbsttag an.

So ein Frost hat auch seine Vorteile. Endlich können wir die Vogelbeeren ernten. Die brauchen nämlich ein bis zwei Frostnächte, dann verlieren sie ihre Bitterstoffe. Man sollte dann nur schneller als die Vögel sein. Was in diesem Jahr nicht schlimm ist, denn die Vogelbeeren hängen in diesem Jahr besonders schwer und reichhaltig an den Zeigen. Es hat also für alle genug, für die Vögel und meinen Erntekorb.

 

 

16.09.2022 Geburtstagsfeier im Eventraum

Nach dem Umbau wurde uns schon bald klar, eigentlich ist der Eventraum arbeitstechnisch zu aufwendig für unser kleines Team. Wir haben uns deshalb entschlossen, den Eventraum nur auf Anfrage, ohne Werbung zu vermieten. Wir haben kleine Apero, Geburtstage, Versammlungen, Aufrichtungen etc. Inzwischen haben wir immer wieder Veranstaltungen, können aber selber entscheiden, diesen Event können wir stemmen oder eben nicht.

Ehrlich gesagt, macht es uns richtig Spass

Die meiste Zeit dient der Eventraum als Spielzimmer für unsere drei Enkelinnen, oder als erweiterten Arbeitsplatz für unser Team. Hier wird vor allem etikettiert und verpackt.

Steht ein Event an, muss deswegen zuerst aufgeräumt und geputzt werden. Weil ich nicht so gerne putze, habe ich mir eine Putzmaschine gekauft. Da muss ich nur ganz langsam hinterher gehen und alles wird blitzeplank!  

Am 17.09.2022 hatten wir einen Geburtstag. Als ich dann mit der Putzmaschine losmarschierte, tauchte plötzlich Livia neben mir auf mit ihrem Puppenwagen. Im Gleichschritt gingen wir Bahn für Bahn ab. So sauber war der Eventraum noch nie

 

10.09.2022 Alpabzug

Fast eine Woche zu früh, machten sich unsere Kühe auf den Heimweg. Die Sommerferien sind für Kühe die noch Milch geben zu Ende.

Am Tag vor dem Alpabzug werden die Gärten geplündert. Herbstblumen in allen Farben, Vogelbeeren, Hagenbutten alles wird zu farbenprächtigem Kopfschmuck für die Kühe verarbeitet. Auf Schablonen mit Heissleim, Draht und Stricke fixiert. Die Kuh mit der höchsten Milchleistung auf der Alp bekommt einen Blumenkranz um den Bauch. Es ist beeindruckend, wenn die Kühe gemächlich durch das Dorf gehen und der Klang ihren schweren Glocken die Gassen ausfüllen. Für einmal kein Abgas und Motorengeheul, sondern Kuhmist und Glockenklang.

Früher war das nicht so. Da holten wir die Kühe einfach nach Hause in den Stall, punkt ohne grosses Federlesen. Bis zwei junge Burschen aus dem Appenzell die Alp übernahmen. Nein, so geht das gar nicht, meinten sie und zeigten uns was eine richtige Alpabfahrt sein muss. Die Bergüner Landwirte (unter uns verraten: vor allem ihre fleissigen, engagierten Frauen) fanden Gefallen daran und seither ist die Alpabfahrt jedesmal ein kleines Dorffest.

Mit Sandwiches, Raclette, Kuchen und Getränke werden die Gäste empfangen und können sich zusammen mit den Hirten und Bauern über den Alpsommer unterhalten.

01.08.2022 Wir mähen Darlux

Darlux ist eine ganz besondere Wiese. Zwar sehr steil, aber der karge, humusarme Boden erlaubt das Befahren mit den Maschinen. Früher montierten wir die Schneeketten, heute sind die Maschinen so gut, dass sie die steilen Hänge mit Doppelbereifung und einem geschickten Fahrer, problemlos meistern.

Was die Darluxerwiesen so besonders macht, ist die unglaubliche Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Ameisen, schillernde Käfer, «Heugumper» in allen Grössen, Spinnen und sogar Schlangen – (behauptete immer meine Schwiegermutter, ich habe noch nie welche gesehen. Ich denke sie sagte dies nur, weil ich auf den Wiesen immer barfuss unterwegs war.  Aber ehrlich, wer beisst schon in so schmutzige Füsse!)

Dann die Blumen, Enzian, Schwefelanemonen, Arnika, Schwalbenschwanzenziane, Knabenkraut und das nach Schokolade duftende Männertreu. Sogar die gebrannte Orchidee findet man an einzelnen, nassen Orten. Im Schatten des Waldes blüht das Narzissenblütige Windröschen und zwischen den Steinen die verführerisch duftenten Prachts- und Steinnelken.  Ehrenpreis, Quendel, Augentrost, Pipau und Silberdisteln. Die Vielfalt ist enorm. Eine Wiese weiter vorne, leider beim Nachbar, blüht sogar die Prachtslili. Die Wiese gilt als Blumenwiese, weil die unter Schutz stehenden Blumen so zahlreich sind.

Aber, wenn wir die Darluxer Wiesen mähen, ist von der ganzen Pracht nichts mehr zu sehen, dann ist alles verblüht und versamt. Nur der Eisenhut steht noch stoisch und im Wald der Schwalbenschwanzenzian. Die Silberdisteln versteckt im Boden die mich an den Füssen kratzen und das Borstgras, dass sich überall an den Kleidern festhackt.

 

Pioniere

Oscar Schmidt, Riets Urgrossvater war der erste Landwirt in Bergün, der sich für das Abenteuer Silo begeistern liess. Natürlich schüttelten die anderen Bauern die Köpfe: Was hat er jetzt wieder für Verrücktheiten im Kopf, da kann nur faules Gras herauskommen, das fressen die Kühe niemals. Doch schon bald, schossen die Silos auch bei den anderen aus dem Boden. Das Silofutter ist wie Sauerkraut für uns Menschen. Die Kühe lieben es, sorgt es doch auch für Abwechslung auf dem Speiseplan. Besonders bei uns, hier wächst kein Mais, oder sonstiges Futtergetreide. Ausserdem hilft es unsichere Wetterlagen zu meistern.  Nur, das Rechen von Gras war echt mühsam und ich war froh, dass niemand meine Schimpftiraden auf der Wiese hörte, wenn sich das Gras im Rechen zusammen matschte und einfach büschelweise liegen blieb! Besonders mit Übersaat von Getreide. Da lagen die Halme quer und mussten richtig aus der Wiese herausgeklaubt werden. Sie sehen, ich komme schon beim Schreiben wieder ins Schimpfen…!

Heute drei Generationen später entscheidet sich Riet auf silofreie Milch umzustellen. Wieder als erster Landwirt im Dorf und wieder mit Kopfschütteln seiner Kollegen. Aber der Trend zeigt eindeutig Richtung silofreie Milch. Besonders weil Riet seine ganze Milch verkäsen und selber vermarkten will. Blauäugig startete er nicht in seine neue Betriebsrichtung. Schon seit zwei Jahren verzichtet er auf das Silo und füttert seine Kühe nur mit Heu. Schaute wie diese reagierten und wie sie ohne Grassilo zurechtkommen. Jetzt war es so weit, der Entschluss gefasst, die Fräse im Anschlag, mit einem Lächeln in Gesicht – jetzt muss der Silo weg!

Marcos Lächeln war wohl eher verhalten. Schliesslich haben ihn die Silos durch sein ganzes Leben begleitet. Mit viel Aufwand, haben wir den Silo sogar beim Stallneubau 1993 gezügelt. Aber ich weine dem Ding keine Träne nach.

 

Schwein gehabt!

Auf dem Hof hat es Zuwachs gegeben. Im Herbst kamen, 4 Schweine und 4 Ferkel auf den Betrieb. Auf dem Bild sehen sie Zarli, ein richtiger Prachtkerl, der nicht nur die Herzen der zwei Sauen, sondern auch diejenigen unserer Gäste im Sturm erobert hat. Das Posieren scheint ihm auf jeden Fall im Blut zu liegen. Die Schweine sind jedoch nicht nur zum Anschauen da, sie haben auch ihre Aufgaben. In erster Linie verwerten sie die beim Käsen anfallende Schotte, es wäre äusserst schade, diese einfach in den Güllenkasten zu kippen. Zum anderen graben sie gerade meinen Garten um. Wer schon einmal einen Garten oder gar eine Wiese  umgestochen hat, weiss wie anstrengend das ist. Die Schweine scheinen dies mühelos mit ihrem Rüssel zu erledigen. Dabei grunzen sie zufrieden und sind eine kleine Attraktion am östlichen Dorfende.

13.12.2020 - schenken macht Freude

Auch in diesem Jahr dürfen wir wieder viele Geschenkkörbe machen. Ab und zu einfach nur ein Stück Käse und Salsiz und ab und zu richtig üppige Körbe. Besonders viele Produkte dürfen wir an Scarnuz Grischun liefern.  Viele Geschäft verzichten notgedrungen in diesem Jahr auf ein Weihnachtsessen, wollen aber ihre Kunden und Mitarbeiter trotzdem mit etwas beschenken.

1.11.2020 - Was für ein Sommer

Am 1.November wird es Zeit Bilanz zu ziehen oder besser gesagt ich nehme mir die Zeit dazu. Aber eigentlich wird mir fast schwindlig, wenn ich an die vergangene Saison zurück denke. Die Ferienwohnungen waren von Anfang Juli bis Mitte Oktober praktisch immer vollbelegt, wir konnten unser Jahresziel bereits im ersten Jahr übertreffen. Herr und Frau Schweizer kamen in Scharen und kauften in unserem Hofladen auch kräftig ein. Unsere Vorräte sind restlos aufgebraucht. Im Herbst durften wir dann endlich unseren Eventraum nutzen, ein Hockzeitsapero, eine GV, eine Studienreise, und einen Pokerabend durften wir ausrichten. Natürlich ist es herrlich, wenn das Geschäft läuft, doch waren wir ab der anfallenden Arbeit ab und zu auch ziemlich überfordert. Seit zwei Wochen vermieten wir die Ferienwohnungen nicht mehr, da wir erneut eine Baustelle im Garten haben. Das EWZ verlängert die Leitungen des Wärmeverbundnetztes mitten durch unser Grundstück. Vier weitere geplante Events wurden inzwischen wieder abgesagt, Da bleibt plötzlich wieder Luft zum durchatmen, längst liegengebliebene Büroarbeiten zu erledigen und Vorräte für den Winter zu produzieren. Nebenbei verpacken wir jede Woche rund 250kg Fleisch. im neuen Verarbeitungsraum geht das nun wesentlich einfacher. Für Riet bleibt sogar Platz für sein neues Hobby: Käsen! Es kann ja nicht sein, dass ein Mensch tag ein tag aus so viel arbeitet, deshalb deklarier ich das einfach mal unter Hobby. Unser neuer Pasteur wurde Anfang Oktober geliefert und Riet 'feuert' in regelmässig ein. Wir sind schon gespannt ob der Raclettekäse gelingt! 

30.8.2020 - Blaudisteln einst und heute

Die Blaudistelernte hat sich im Vergleich zu früher komplett geändert. Seit gut drei Jahren verkaufen wir die Blumen nur noch vor dem Haus und nicht mehr an einen Grossabnehmer. Wir müssen uns an keine Normen mehr halten und können schneiden was uns gefällt, so ist eine richtig schöne Arbeit daraus geworden – schon fast entspannend und meditativ. Es ist kein entscheidender Betriebszweig mehr, was wir damit verdienen ist ein gutes Taschengeld für unseren Betriebsausflug. Wo der uns wohl hinführt?

22.08.2020 - Hochzeitsapero

Ende August hat Riet’s jüngster Bruder geheiratet und wir durften endlichen unseren Eventraum gebührend einweihen. Wir konnten für gut 100 Personen den Apero ausrichten. Damit auch wir, als geladene Gäste, den Tag geniessen konnten, habe ich schon frühzeitig für Unterstützung gesorgt. Meine Mutter, meine Tante und meine frühere Chefin kamen nach Bergün um den Laden zu schmeissen. Bei dieser hochkarätigen Besetzung habe ich mir auch keine Minuten Sorgen gemacht, ob denn alles klappen würde. Und so war es dann auch. Sowohl das Brautpaar als auch die Gäste zeigten sich nicht nur vom Essen als auch vom Raum begeistert. Auch das ein schöner Lohn für all die Strapazen, die der Umbau mit sich gebracht hat.

28.6.2020 - auf den letzten Drücker

Nachdem wir vor guter einer Woche endlich den vorderen Teil unseres neuen Hofladen in Betrieb genommen haben, wurde gestern Mittag auch endlich unser Plätzchen fertig.  In der vergangen Woche ging es heiss her hinter dem Haus und dies lag nicht nur an den Temperaturen. Die Firma Schutz Filisur fuhr am Montag mit dem Bagger auf, es wurde gegraben, planiert, Kies abgezogen und Platten im Akkord geschnitten und verlegt. Sogar am Samstagvormittag wurde noch einmal Hand angelegt. Nachdem um 13.00h die letzten Arbeiter ins wohlverdiente Wochenende gefahren sind, kamen um 14.00h auch schon die ersten Gäste. Riet liess es sich nicht nehmen, auch noch den tollen Grill, welchen wir von meinem Vater zu Weihnachten geschenkt bekommen haben, zu platzieren und einzufeuern. Diese Koteletts hatten wir uns alle verdient. 

Wo früher also der Mist gelagert wurde, lädt heute ein gemütliches Plätzchen zum Verweilen ein. Wobei für die richtige Gemütlichkeit fehlt noch die Bepflanzung und das passende Mobiliar, doch gut Ding will für gewöhnlich Weile haben. 

8.6.2020 - Sieben auf einen Streich

Nach langem Suchen und einigen zwar sehr guten Zwischenlösungen, haben wir in Flurina endlich eine Mitarbeiterin gefunden, die unserem Anforderungsprofil entspricht. Sie hat ihre Lehre zur Landwirtin im letzten Sommer abgeschlossen und sogar eines ihrer Lehrjahre in Bergün absolviert. Privat wissen wir noch nicht so viel von ihr, ausser dass sie zwei Pferde und einige Kaninchen besitzt. Da diese vor einigen Wochen gerade Junge bekommen hat, hat sie uns sechs dieser Wollknäuel mitgebracht. Et voilà - Sieben auf einen Streich. Die Kaninchen haben ihr zu Hause bezogen und erkunden neugierig ihre neue Umgebung. 

3.5.2020 - Fachfrau Alpenbeef

Um noch einmal ganz kurz auf die Zeit zurückzukommen. Die ist mir schneller abhanden gekommen, als mir lieb ist. Aber ich glaube dieses Gefühl habe ich immer im April. Im März, gleich nach der Wintersaison, fallen so viele tägliche Arbeiten weg, dass man richtig durchatmen kann. Im April zieht es dann wieder an, spätestens wenn unsere Fleischlieferung vor der Tür steht. Schon lange wollte ich Marco einmal bei einer seiner Auslieferungstouren begleiten. Mal wissen, was ich ihm fünf bis sechs Mal im Jahr so aufbrumme. Er war einer Begleitung nicht abgeneigt, im Gegenteil; als wir morgens um fünf los fuhren, meinte er; "wecksch mi, wenn mier wieder dehei sind!?" Wir kamen zügig voran, schon vormittags um zehn, hatten wir eine Stunde Vorsprung auf meinen Plan. Kein Wunder, es hatte kaum Verkehr und alle unsere Kunden waren zu Hause, hielten eine Kiste vor der Haustüre bereit und die Gespräche wurden bei 2m Abstand eher kurz gehalten. Es machte auch nichts, dass ich mich zwei Mal hoffnungslos in der Spur vertan habe und einmal promt aus Versehen durch den Gubrist fuhr. Unser TomTom liess sich aber nicht aus der Ruhe bringen und lotse mich stets mit eine Alternative ans Ziel. In der Stadt Zürich prophezeite mir Marco immer wieder; Ou, dort findest du nie einen Parkplatz! Denkste, ich fand fast immer einen direkt vor den Haustüren. Das war ein Fleischverteilen unter erleichterten Bedingungen. Zu zweit kann man den ganzen Weg ein wenig Plaudern, so wird man beim Fahren nicht müde und ich fuhr direkt nach Hause. Romy hat nicht schlecht gestaunt als wir schon um sechs zu Hause waren. 

Eine Woche später habe ich auch noch das Zepter beim Fleisch verpacken übernommen. Auch das will schliesslich gelernt sein. Das von Romy jahrelang entwickelte System ist wasserdicht und da es dieses Mal nur einen Ochsen zu verpacken gab, traute ich mir das zu.  Zusammen mit unserer guten Seele Helen machte ich mich ans Werk. Helen arbeitet seit Februar bei uns und ist uns mit ihrer humorvollen und anpackender Art ans Herz gewachsen. Sie packt nicht nur an, sie denkt auch mit. So hat sie mich ein oder zwei Mal gerettet.  Am Schluss hatten alle Kunden ihre bestellen Fleischpakete und ich die Weiterbildung zur Fachfrau Alpenbeef erfolgreich abgeschlossen. 

11.4.2020 - alles zu seiner Zeit

Was habe ich mir in den vergangenen Jahren Zeit gewünscht. Einen Wunsch den ich für unerfüllbar hielt. Wer kann einem schon Zeit schenken? Ich erinnere mich, im Kinderbuch Momo gab es die grauen Herren, die haben die Zeit gestohlen. Aber Zeit schenken hielt ich für unmöglich. Und nun ist es doch passiert. Dieser kleine Virus hat es nun geschafft. Skifahren, Sitzungen, Ferien, Tag der offenen Tür, Besuche - alles abgesagt. Und alldem habe ich auch nicht lange nachgeweint. Mein Gewinn einen Haufen voll Zeit. Nun rolle ich die ToDo Liste von hinten auf. Dinge die schon so lange getan werden müssten, aber eben immer zu hinterst auf der Liste standen. Zum Beispiel Schlafzimmer putzen! Ihr denkt sicher; echt jetzt? Hat sie nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen. Aber ich sage euch, es hat sich sooo gut angefühlt, das endlich zu erledigen. Ich ging dann am Tag mehrmals wieder ins Zimmer, um das vollbrachte Werk anzuschauen. Inzwischen habe ich auch schon fleissig Gemüse angesät. Randen, Capuns, Zucchetti und Kürbisse! einem guten Gartensommer steht fast nichts mehr im Wege. Ich bin nicht zu spät dran! Auch die Winterkleider habe ich zu einem grossen Teil schon gewaschen und weggeräumt, normalerweise erledige ich das erst im Juli! Und natürlich nehme ich mir jetzt auch die Zeit um ein Buch zu lesen, den Vögeln beim Pfeifen, Singen und Schimpfen zuzuhören, oder der Natur zuzuschauen, wie sie sich aus dem Winterschlaf schält. Die Knospen des Kastanienbaums öffnen sich, der Rasen wird grün und was spriesst da im Garten? 

11.4.2020 - ein neuer Freund

Ich habe einen neuen Freund. Zugegeben bei unserer ersten Begegnung war es noch nicht Liebe auf den ersten Blick, jedenfalls nicht seinerseits, er hat mich nämlich aufs Übelste beschimpft. Der Grund kenne ich bis heute nicht. Mir hat das Herz aber sofort höher geschlagen. Nichts ahnend habe ich abends kurz vor dem Eindunkeln den Kompost geleert, da sind wir uns das erste Mal begegnet. Er hat mich zuerst gesehen und ich ihn zuerst gehört - Freund Rotkehlchen. Da sass er auf dem Baum nicht weit von mir und zeterte was das Zeug hielt. Auch anderntags kam er wieder vorbei und schaute mir zu, wie ich versucht habe mein Steingärtli zu retten, welches Riet zwar gut gemeint aber nicht gut gemacht umgebaggert hat, aber das ist eine andere Geschichte. Als ich kurz ins Haus rannte um den Fotoapparat zu holen, nutzte er die Gunst der Stunde und holte sich ein Krabbeltier aus dem Garten, welches ich zuvor ausgegraben hatte. Nun schien er auch mit mir Freundschaft geschlossen zu haben, liess sich brav ablichten und sang mir an diesem Abend ein wunderschönes Lied vor. Nur zwei drei Meter von mir entfernt auf dem untersten Ast ein Lied nur für mich. 

29.2.2020 - Wir sind umgezogen

Endlich durfte auch Romy ihr neues Reich beziehen.  Vergangene Woche durfte sie den neuen Verarbeitungsraum in Betrieb nehmen. Die Baustelle ist zwar noch nah, der Sanitär schliesst noch die Spülmaschine an und der Elektriker die letzten Steckdosen und Lichtschalter und neben an werkeln die Gipser im Evenrtaum.

5.2.2020 - wir haben es geschafft

Es ist vollbracht! Die neuen Wohnungen sind bezugsbereit und wurden teilweise bereits das erste Mal vermietet. Es ist zwar noch nicht jedes Detail ist an seinem Ort. Die Nachttischlampen und die Couchtische haben es noch nicht rechtzeitig geschafft. Aber alles notwendige für einen schönen Ferienaufenthalt ist vorhanden. Wir freuen uns in Zukunft viele Gäste begrüssen zu dürfen. 

4.1.2020 der Countdown läuft

Zuerst ein kurzer Rückblick: Im Dezember durften wir einen Haufen Geschenkkörbe für verschiedene Firmen zusammenstellen. Zum Glück hatte ich Unterstützung durch meine Schwägerin Selina, ab und zu wusste ich nicht mehr wo mir der Kopf steht, vor lauter Geschenkbändeli.

Währenddem sich die Bauarbeiter dann langsam alle in die Ferien zurück zogen, ging es für uns los mit der Hauptsaison. Zugegeben ich hatte einige Anlaufschwierigkeiten den Würstli-Drive-in vor dem Haus in Betrieb zu nehmen, doch ab dem 26. Dezember ging es dann richtig los, so dass ich automatisch in Schwung kam. Des einen Freud ist des anderen Leid. Während das Unterland entweder von warmen Temperaturen oder von einer Nebelsuppe geprägt wurde. herrschten bei uns geradezu traumhafte Wintersportverhältnisse. Zugegeben es hat nur wenig und eher knapp Schnee, doch hat es gerade so gereicht um alle Anlagen in Betrieb zu nehmen. Über die Festtage hat es zweimal etwas geschneit, einfach so zur Kosmetik, damits schön aussieht. Dementsprechend gut lief unser Geschäft, die Leute kamen in Scharen. 

Und schon ist es Januar. Jetzt gilt der Countdown. Noch gut 20 Tage und die ersten Gäste werden die Ferienwohnungen beziehen.

Vor Weihnachten ging es richtig rund auf der Baustelle. Es wurde verputzt, gestrichen und verlegt was das Zeug hält. Jetzt machen die Wohnungen schon richtig was her und es hat Spass gemacht, den Gästen, den Verwandten oder einfach dem einen oder anderen Neugierigen die Wohnungen zu zeigen. Jetzt kommt noch der Feinschliff; alle Geräte müssen eingebaut werden, die Fussbodenleisten fehlen noch, die Vorhänge und natürlich die Möbel. Für mich gilt es jetzt einen richtigen Schlachtplan zu erstellen, jetzt liegt es sozusagen an mir. Drückt mir die Daumen!

 

7.11.2019 - Kürbiszeit

Den Kürbis haben wir eigentlich schon anfangs Oktober geerntet und eingekellert. Wir hätten ihn aber gut und gerne noch eine ganze Weile auf dem Feld liegen lassen können. Bis gestern Nacht war es nämlich immer noch verhältnismässig mild. Es gab zwar einige wenige Bodenfroste, aber so richtig eisig wurde es erst letzte Nacht. Weil wir in diesem Jahr keine besonders erfolgreichen Gärtner waren, wollte ich unser Glück nicht zusätzlich aufs Spiel setzen und ging im Oktober auf Nummer sicher. Et voilà jetzt geniessen wir unseren Kürbis. In Diesem Jahr habe ich vorallem Hokkaidos. Sie sind mit ihren 1-4kg nicht nur sehr handlich und lassen sich somit innert nützlicher Frist verarbeiten, sie schmecken auch wirklich gut und das Beste daran: Man braucht sie nicht zu schälen! Diese Woche gab es also Kürbisspätzli, das überzeugt alle Kürbisskeptiker im Nu! Natürlich Kürbissuppe und eingemachten Kürbis. Dieser schmeckt dann vorallem zum Raclette vorzüglich. Einfach mal etwas anderes als immer Cornichons und Silberzwiebeli. 

23.10.2019 - Oh du goldiger Herbst

Der Sommer ist zu Ende die Tage sind kürzer geworden und ich stelle mich auf graue düstere Tage ein. Und jedes Jahr werde ich von Neuem von der unglaublichen herbstlichen Pracht überrascht. Die Lärchen erstrahlen im goldigen Gewand und bilden mit dem stahlblauen Himmel einen faszinierenden Kontrast. 

Momentan sind wir gerade sehr froh um alle Schönheiten die die Welt zu bieten hat. Unser Alltag ist geprägt von viel viel viel Arbeit. Neben dem alltäglichen Arbeiten im Stall und im Haushalt, fallen auf der Baustelle fast täglich neue Arbeiten an. Romy und Riet waren letzte Woche auch das erste Mal beim Wursten, diese sind nun entweder in der Presse oder hängen bereits im Maiensäss zum Trocknen. Dies ist auch dringend nötig, denn unsere Vorräte sind leer wie schon lange nicht mehr. Ich vertreibe mir die Zeit mit Einmachen, letzte Woche habe ich 120 Gläser Quittenkonfi hergestellt und der Kürbis wartet nur darauf in die Gläser zu wandern. Dann sind wir auch noch in die Fleischsaison gestartet. Heute wurde die erste Alpenbeef Lieferung verpackt und wird morgen von Marco ausgeliefert.

25.9.2019 - die ersten Kälbchen & das letzte Emd

Vor zwei Wochen als der Schnee uns das erste Mal erreichte, brachte er auch zwei Kälbchen mit. Das eine ist im warmen Stall geboren, das andere etwas überraschend auf der Weide. In diesem Jahr werden alle Kälbchen mit dem Buchstaben O getauft, so sind es Olga und Otto geworden. Otto hat einen weissen Fleck auf der Stirn und ist etwas zurückhaltender als die wilde Olga. Mit der kann man, jetzt wo der Stall noch fast leer ist, prima fangen spielen. Am letzten Samstag, an Tante Rita Bina's 70. Geburtstag, kam dann noch Orma hinzu. Rita Bina durfte selbstverständlich als Taufpatin fungieren, Orma ist romanisch und bedeutet Seele.

Letzte Woche aber wirklich auf den letzten Drücker hat Riet auch noch das letzte Emd eingebracht.  Das war eine ziemlich zähe Angelegenheit. Obwohl das Wetter schön und warm war, wollte das Emd nicht recht trocknen. Die Tage sind schon kurz und bereits um 5 Uhr verschwindet die Sonne hinter dem Piz Ela, dann wird es schnell kühl und vorallem feucht. Aber jetzt können wir endlich einen dicken Hacken setzen und uns ab dem vollen Heustock freuen.

10.9.2019 - Endlich!

Endlich ist sie da unsere neue Website! Wir freuen uns sehr darüber und bedanken uns bei Christian von go2media für die tolle Arbeit! Wir hoffen euch gefällt es auch und ihr findet euch zurecht. Wenn ihr noch Anregungen und Ideen habt, sind wir über Rückmeldungen immer sehr dankbar. Viel Vergnügen beim Stöbern....

 

09.09.2019 Schwalben und Schnee

Die Schwalben wussten es. Dass der Winter naht. Sie haben sich am Mittwoch, an diesem herrlichen Tag, bei uns auf dem Baukran getroffen. Sie haben sich herausgeputzt, ein paar Proberunden gedreht, und plötzlich am Nachmittag waren sie weg. Ab in den Süden. Die hatten Recht, am Sonntag hat es nämlich tatsächlich geschneit, und nicht nur ein wenig, sondern richtig lange richtig grosse Flocken. Und was bringt so ein Wetterwechsel auch noch mit? Genau - Kinder und Kälber, bei uns waren es Kälber! Und zwar gerade zwei, eins im warmen Stall und das eine auf der Weide.

19.8.2019 Hochzeitsapero

Am Wochenende durften wir einen Hochzeitsapero im Dorf für gut hundert Personen ausrichten. Für uns war es der erste dieser Art. Hochzeiten unterscheiden sich ja schon von anderen Aperos, da darf es ruhig ein bis:schen üppiger sein. Obwohl ich schon ziemlich geübt bin, in der Mengenberechnung, war ich etwas nervös, zumal der Apero knapp dreieinhalb Stunden dauerte. Glücklicherweise waren wir erst einige Wochen zuvor zu einem Hochzeit eingeladen, so konnten wir noch einige gute Ideen sammeln. Weil ich gleichentags auch noch einen Ferienwohnungwechsel über die Bühne bringen musste, habe ich mir wieder einmal Hilfe organisiert. Meine Mutter, eine zuverlässige Helferin hatte kurzerhand noch ihre Schwester im Schlepptau. Früher gingen sie auf Städtereisen, heute kommen sie zum Event-Arbeiten nach Bergün! :) Auch Riets Schwester gehört zum zuverlässigen Helferkreis, da konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Romy und ich fühlten uns zwischenzeitlich sogar ein bisschen überflüssig, derart fleissig wuselten die Helferlein durch die Gegend. Nach drei Stunden war das meiste verputzt und alle rund um zufrieden. Jetzt sind wir für weitere Hochzeiten gewappnet, wer hat noch nicht? Wer will noch?

19.8.2019 Blaudistelernte

Und schon ist die Blaudistelernte wieder vorbei. Wir haben uns im letzten Jahr dazu entschieden, nicht mehr weiter in unser Blaudistelfeld in Preda zu investieren. Das heisst wir binden die Pflanzen nicht mehr einzeln auf und pflanzen auch keine neuen Stöcke mehr. Wir ernten einfach noch, was da Feld uns her gibt. In diesem Jahr waren das wunderschöne Blumen, zwar ein bisschen kürzer als sonst und häufig nur mit einer Blüte, dafür aber in einem wunderschönen Blau. Weil wir die Blumen auch nicht mehr an den Grossverteiler liefern, müssen wir bei der Ernte auch keine Qualitätsmerkmale mehr beachten, wir schneiden alles was uns gefällt, binden es zu Sträussen und verkaufen es vor dem Haus. Mit dem Ertrag gehen wir dann einmal hübsch auswärts essen. So macht die Arbeit plötzlich wieder viel mehr Spass.

Blaudistel mit Schmettling

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