biobergün.ch, Bergün/Bravuogn

Direktverkauf ab Hof

   

Zugegeben wunderschön ist unser Lädeli nicht. Aber zweckmässig. Und es steckt viel Liebe und Freude drinnen. Im Sommer steht es hier bei Silvia Gregori. Im Winter zügeln wir das ganze Häuschen mit dem Traktor, vielen helfenden Hände und ein paar Stossgebete gegen den Himmel vor unser Haus. Das ewige hin und her tut unserem Häuschen nicht gut. Es wackelt und ächzt, die Tür hängt immer wieder schief – aber es ist unser Häuschen. Darauf sind wir stolz und es macht uns Spass es zu bestücken und immer wieder neues auszudenken. Wir haben ein breitgefächertes Angebot.

Der Grund für die „Zügelei“ ist: So teilen wir uns die Kosten und den Arbeitsaufwand. Zum Beispiel der Strom, Abfallkübel, Verpackungsmaterial, Löffelchen etc.
Dazu kommt: Im Sommer führt bei Gregoris der Wanderweg vorbei und im Winter fallen mir die Schlittler fast ins Haus.

Wie alles anfing...

Am Anfang hing nur ein selbst geschriebenes Plakat an der Hausmauer:
„Verschiedene Salsize und Würste zu verkaufen.“
Eine lustige Zeit mit vielen Anekdoten. Da waren, zum Beispiel, zwei Männer. Sie fuhren über den Pass Chur entgegen als ihnen das Plakat auffiel. Sie fingen an zu diskutieren ob sie bei uns einkaufen sollten oder nicht. Erst in Tiefencastel entschlossen sie sich dazu und kehrten um.
Wir haben viele interessante Leute kennen gelernt. Vor allem erfuhren wir durch das direkte Gespräch, was der Kunde liebte und was eher nicht. Aber trotz allem eine gewisse Schwellenangst blieb bei den Kunden.
Die Kinder waren noch klein und wollten unbedingt „Verkäuferlis“ spielen.
„Warum setzt ihr euch nicht vors Haus und verkauft Würste!“ Ein Tisch, zwei Stühle, ein Korb Würste, ein Korb mit Salsiz und schon konnte es losgehen. Ich kann mich noch an die kleine gehämmerte, goldene Blechdose erinnern, mit Blümchenmuster, die als Kasse diente. Die Kids waren begeistert und ich hatte meine Ruhe – dachte ich. Dauernd kamen sie angerannt und ich musste ihnen die Körbe wieder füllen. Als ich ihnen am Abend ihre 10% ausbezahlte strahlten sie um die Wette. Aber wie es so ist mit Kinder: Irgendeinmal war das „Verkäuferlis“ spielen nicht mehr so lustig. Besonders als die Nachbarskinder die Velos hervor holten und vor ihren Nasen herum fuhren. Nicht einmal die 10% konnten sie noch locken. Wie herrlich unnütz erscheint doch Geld, im Vergleich zu einer rasanten Velofahrt durch den tollen, spritzigen Schneematsch. Statt verkaufte Würste hatte ich nun vor Treck triefende Hosen.
Marco kam plötzlich mit dem hirnrissigen Vorschlag:
Stell doch einfach einen Tisch mit Würsten vors Haus mit einer Kasse daneben. Die Leute sind alt genug um sich selber zu bedienen.“
Niemals hätte ich im Traum daran geglaubt es könnte funktionieren. Tatsächlich waren die meisten ehrlich, es fehlte selten Geld.
Im Sommer darauf erschien an der Hausmauer des Nachbarn ein kleiner Kühlschrank mit Jogurt. Gleich zu Gleich gesellt sich gern. So kauften wir uns zusammen einen Kühlschrank. Ein Prototyp. Im Winter musste er heizen und im Sommer kühlen. Eine knifflige Sache. Am Anfang stand immer wieder der Monteur vor dem Kühlschrank und bastelte herum. Vor ein paar Jahren haben Rufinatschas und Gregoris fusioniert. Sie sind jetzt eine THG Tierhaltergemeinschaft. Seither sind wir drei Familien die den Kühlschrank bestücken.