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Und plötzlich bist du 50

Wenn die Hormone tanzen - Männer

Es ist Tatsache – Männer haben sie auch – die Wechseljahre!
Und diese Andropause beginnt beim „starken Geschlecht“ im Alter zwischen 50 und 60 Jahren. Im Gegensatz zur Frau gibt es beim Mann in den Wechseljahren keinen Hormonabfall. Vielmehr handelt es sich um einen sanften Sinkflug, der eine ganze Reihe Beschwerden mit sich bringt.
Die Muskelkraft nimmt ab und auch das Gedächtnis ist nicht mehr was es früher war. Das Risiko für Herzerkrankungen und Zuckerkrankheit steigt. Auch ein allgemeiner Verlust der Lebensfreude kann sich bemerkbar machen, Depressionen stellen sich ein.
Doch was den Männer am meisten zu schaffen macht, ist der sinkende Sexualtrieb. Ab dem 50. Lebensjahr nimmt das Testosteron um einen Prozent im Jahr ab.
Das Königshormon der Männer „Testosteron“ schwindet - welch ein Verlust!
Das Testosteron ist nicht nur für die Entwicklung der Geschlechtorgane verantwortlich, sondern auch für die Knochendichte, für die männliche Behaarung sowie für die Stimmungslage und Muskulatur.
Ja dagegen ist kein Kraut gewachsen, weder Sport noch gesunde Ernährung. Da hilft nur eine Hormonkur. Dazu braucht es aber den Herr Doktor. Da wir wissen, dass unsere Männer die Arztpraxis meiden wie die Katze das Wasser, wird dies wohl kein Thema sein. Aber Rettung naht. Das Zauberwort heisst Nasenspray. Seine Wirkung setzt direkt am Hirn an, und er garantiert einen Hormonersatz mit geringen Mengen.
Es liegt natürlich auch im Interesse der Frau, wenn der Göttergatte ausreichend Testosteron besitzt. Es macht ihn aufgeweckt, aktiv, hält ihn bei guter Laune – und er hat Lust auf Sex. So, jetzt muss Frau nur noch wissen wo sie das verfixte Nasenspray kaufen kann.

Zurück zum Gedächtnisschwund. Dies hat mich besonders gefreut. Nicht nur weil mir diese Wechseljahrbeschwerde am meisten zusetzen, sondern auch, weil ich (wie wohl viele andere auch) Leidensgenossen liebe.
Das Vergessen wird vermutlich von unserer Umgebung am meisten wahr genommen. Und manchmal denkt wohl der eine oder andere resignierend „sie ist halt in den Wechseljahren.“
Beim Mann kommt dies nicht so zur Geltung. Vermutlich weil er in der Regel für’s „dran denken“ nicht zuständig ist. Dafür hat „Mann“ ja „Frau“ oder „Sekretärin“. Verpasst er einen Termin, hat ihn die Frau/Sekretärin vergessen auszurichten oder ihn vergessen daran zu erinnern. Wichtige Unterlagen verlegt: Da hat wohl die Frau/Sekretärin wieder mal aufgeräumt. So kann „Mann“ jahrelang sich aus der Vergesslichkeit heraus winden.
Dafür bin ich meinem Ehegatten dankbar, müsste ich mir seine Termine auch noch merken und verwalten – das gäbe eine Katastrophe. Aber vermutlich weiss er das, und verwaltet deshalb seine Meetings selber.
Jetzt wissen wir aber dass auch unsere Männer vergesslich werden und wenn wir sie mit diesem Wissen heimlich beobachten, erhaschen wir hin und wieder einige Highlights.
Zum Beispiel:
Göttergatte und Sohnmann diskutieren lebhaft miteinander. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund steckte der liebe Herr Gemahl einen Kunststoffpfahl mit Schwung hinter dem Auto in den Boden. Dynamisch steigt er ins Auto. Rückwärtsgang ein, forsch zurückgesetzt – Crash – Ups! Der Kunststoffpfahl – ja, ja mein Lieber, das sind die Wechseljahren.
Mit Kurzzeitgedächtnis hat das nichts mehr zu tun, da reden wir von nichtvorhandenem Sekundengedächtnis.
Sollten sie solches oder ähnliches beobachten, schimpfen sie nicht, zeigen sie ihm auch nicht den Vogel oder fluchen vor sich hin. Nein! Lehnen sie sich gemütlich zurück, lächeln sie still in sich hinein und geniessen sie diesen Augenblick in vollen Zügen.

Wenn die Hormone tanzen - Kinder

Aus der Sicht des Kindes
Das Leben kann recht schwierig sein. Kaum auf der Welt bekommt man eins auf den Po. Dann geht der Kampf weiter. Weil die Sprache erst gelernt werden muss, hilft bei dringenden Fällen wie; Hunger, Bauchweh und Windelwechsel nur schreien.
Später können wir zwar sprechen und dies laut und deutlich, doch die Erwachsenen hören uns nicht zu. Besonders bei dringenden Fällen wie: Vanilleeis mit Schokolade, Zuckerwatte, Rennauto, Pistolen und Barbiepuppen. Da hilft nur schreien.
Das wird auch nicht besser wenn wir fast Erwachsen sind – mit 14 Jahren oder so…. Auch hier bei dringenden Fällen wie: Partys, Kleider, Schminke oder winzigkleine Bierchen. Jetzt schreien wir nicht mehr, sondern diskutieren einfach ein bisschen lauter – überhaupt sind die Erwachsene ziemlich nervig, denen fehlt echt der Durchblick.

Aus der Sicht der Eltern
Das Leben kann recht schwierig sein. Kaum auf der Welt, ist es aus mit der Nachtruhe. Stundenlang tragen wir die Kleinen umher, wiegen sie, singen ihnen vor und machen es wie die Pferde – wir schlafen im Stehen.
Heftig wird es, wenn sie entdecken was alles für ihr Leben wichtig ist. Wie soll man einem kleinen Trotzkopf klar machen, dass Süssigkeiten nicht gut für die Zähne sind, Pistolen etwas mit Gewalt zu tun haben und Barbies als sexistisch gelten.
Doch all dies sind Peanuts gegen die Pubertät. Jetzt wird es erst richtig lustig. Da helfen alle gescheiten Bücher nichts, denn jeder Teenager reagiert anders.
Die Hosen hängen ihnen an den Knien, die T-Shirts lassen im tiefsten Winter den Bauchnabel aufblitzen. Piercing jagen sie sich durch die Nase, Zunge und Augenbrauen. Plötzlich hat man kein hübsches blondgelocktes Mädchen mehr, sondern den Pumuckel höchstpersönlich. Schule ist ätzend, Lehrer hirntot und eben - wir Eltern haben eh nicht den Durchblick. Sie kennen ihre Grenzen noch nicht und loten sie ohne Hemmungen aus. Nichts fordert uns Eltern so, wie ihnen diese Grenzen zu setzen und sie auch einzuhalten.
Das wichtigste für die jungen Frauen und Männer sind ihre Kollegen. Zwar schimpfen sie zu Hause über die blöde Kuh, oder die doofe Nuss, doch wehe sie stimmen ihrem Sprössling zu und finden diese Kids auch ziemlich daneben.
Mein Mann, Marco, wurde von unserer Tochter oft grundlos und ohne Vorwarnung angemotzt. Bis wir heraus fanden wieso:
Ihre Kolleginnen oder Kollegen brachten sie zur Weissglut. Wehrte sie sich, waren diese eingeschnappt oder kündigten ihr sogar ihre Freundschaft. Sie beherrschte ihre Wut und lud sie an ihrem Vater aus. Hier konnte sie absolut sicher sein, dass; was immer auch passiert, die Liebe ihres Vaters würde sie nie verlieren. Ihr Vertrauen war so gross, dass sie ihn ungeniert als Frustkübel benutzen konnte. Als wir dies erkannten, war ihre „Motzerei“ gar nicht mehr so schlimm. Das Zuhause ist sozusagen die Kleinbühne, die Übungsfläche für ihr Leben – dem Welttheater.
Die Pubertät ist anstrengend aber auch spannend. Die Fantasie die sie entwickeln wenn sie sich irgendwo heraus reden, ist fantastisch. Die Argumente mit denen die Kids ihren Standpunkt verteidigen - genial, die Farbkombination ihrer Kleider erstaunlich und ihr cooles auftreten beneidenswert. Zu beobachten wie sich Kinder zu Jugendlichen wandeln ist etwas vom Faszinierendsten das es gib. Und oft kommt es vor, dass sie uns unverblümt den Spiegel vor halten.
Zwar kam es auch uns seltsam vor, als plötzlich einer der Jungs mit grünen Haaren und der andere mit blauen Haaren auftauchte. Doch was will man da gross dagegen halten, wenn alte Fotos zu beweiskräftig sind. Marcos Haare waren wirklich einmal sehr lange und mein Afrolook war auch nicht ohne. Ausserdem hatten wir ja damals diese Superminiröcke und die Blusen die man unter der Brust zuband – oh wie ich die liebte und mein Mutter schimpfte irgendetwas von Nieren- und Blasentzündung.
Aber das kann man ja nicht vergleichen früher war schliesslich alles anders…

Spieglein, Spieglein an der Wand... ein ganz besonderer Duft

ein ganz besonderer Duft. Ich liebe es in den verschiedensten Düften zu schwelgen. Sei es von geschnittenem Gras, den frischen Umbruch eines Ackers oder Heu das eingeführt wird. Sogar der würzige Duft von Mist im Frühling beinhaltet für mich Heimat.
Düfte bestimmen unser Leben, suggerieren uns ganz bestimmte Bilder die wir mit ihnen verknüpfen. Oder beschwören längst vergessene Erlebnisse hoch. Maiglöckchenduft erinnert mich immer an meine Madam im Welschen als ich sechzehn war. Pfefferminz an meine Urgrossmutter, bei ihr roch es andauernd nach dem feinen Kraut. Der Geruch einer Zigarre: Da kommt mir immer mein Onkel in den Sinn. Er fuhr einen grossen amerikanischen Wagen. Weil mein Onkel so klein war versank er im Fahrersitz und von aussen sah man nur die lange Zigarre die über dem Lenkrad paffte. Und seit letztem Herbst: Von Hundekot geschwängerte Luft, da denke ich an unsere Ferien in Frankreich.

Das Highlight jedes Stadtbummels, sind für mich die Parfümerien. Ich kann an keiner vorbei gehen ohne ein paar der verführerischen Düfte aus zu probieren. Natürlich gibt es überall diese Stäbchen zum sprayen. Aber da entfaltet sich der Duft nicht so gut wie auf der Haut. Also stäube ich das eine Parfüm auf die linke Seite des Handgelenkes, das andere auf die rechte Seite. Dann kommt die andere Hand zum Zug. Interessieren mich noch mehr Parfüms kremple ich einfach die Ärmel hoch. Und so spaziere ich dann, eingehüllt in eine Duftwolke durch die Stadt. Es ist oft verwunderlich dass die Menschen neben mir nicht die Nase zuhalten. Manchmal muss ich dann sogar die Fenster im Auto öffnen wenn ich nach Hause fahre, sonst wird es mir selber schlecht.

All die Jahren über versuchte ich immer „meinen“ Duft zu finden. So wie meine Madam im Welschen. Da konnte man noch eine Stunde nach dem sie schon gegangen war riechen:
„Die Chefin war hier – Maiglöckchenduft lag in der Luft.“
In alten Filmen gibt die schöne Dame ihrem Helden huldvoll ein Spitzentaschentuch, so kann dieser immer wieder am Stofftüchlein schnuppern und an sie denken. Stellt euch vor ich hätte damals meinem Angebeteten so ein Tüchlein geschenkt. Beim Wiedersehen wäre für diesen armen Mann die Welt zusammen gebrochen, weil ich plötzlich nicht mehr nach Veilchen sondern nach Vanille roch.
Eine Weile trug ich „Charly“ ein typischer Duft für junge Mädchen – sagte die Verkäuferin. Dann „cool water women“ von Davidoff, „Sun“ von Naomi Campbell. Sehr gerne hatte ich auch die Parfüms von Giorgio Armani. Trotzdem so richtig entscheiden konnte ich mich nie für einen Duft. So bestäube ich mich immer noch in jeder Parfümerie von oben bis unten mit den verschiedensten Düften. Immer auf der Suche nach „meinem“ Duft.

Inzwischen habe ich eingesehen, dass ich nicht „meinen“ Duft brauche, es ist der Tag selber der einen bestimmten Duft fordert. In unserem Bad stehen momentan sieben verschiedene Duftrichtungen. Nicht Parfüms sondern Body Lotion. Nach dem duschen wird gesalbt, aber zuerst muss ich heraus finden, ob es jetzt ein Rosentag ist oder vielleicht eher ein Mangotag. Vanille mag ich wenn es draussen regnerisch ist, an einem melancholischen Tag ist eher Jasmin angesagt, bei Sonnenschein Moringa und am Sonntag Maria Galland. Will ich meinen Mann verführen kommt Vanille auf meinen Körper oder Rosenduft tut auch seine Wirkung. Hab ich mal keine Lust brauche ich keine Migräne sondern ein Parfüm mit Moschus und schon nimmt mein Liebster 10 Meter Abstand.
Sich eincremen hat sehr viel mit Sinnlichkeit zu tun. Gerade mit 50, wo wir hin und wieder mit unserem Körper hadern, ist das eincremen von verschiedenen Salben und Düften sehr erfrischend. „Frau“ muss nicht unbedingt nach einem Blumenstrauss duften. Ich mag zum Beispiel auch den zarten Duft von Nivea soft. Klatschen sie sich die Creme nicht einfach auf den Körper sondern nehmen sie sich Zeit. So entsteht ein ganz neues Körpergefühl, die Streicheleinheiten tun der Haut gut, auch wenn sie von den eigenen Händen kommen.

Spieglein, Spieglein an der Wand... von Kopf bis Fuss

Schönheit ist relativ. - Schönheit kommt von innen. - Oder wie Jane Birkin in der „Brigitte Woman“ meinte: „Schön sind nur die Unperfekten.“.

Es sind Aussagen, die uns wie Balsam über die Seele laufen. Doch all die Trösterchen verblassen wenn wir uns, im stillen Kämmerchen vor dem Spiegel, die nackte Tatsache betrachten.
Je älter wir werden, umso intensiver scheint die Anziehungskraft der Erde zu wirken. Bauch, Busen, Po – ja sogar das Kinn, die Wangen und Augenlieder, alles strebt dem Boden zu. Es ist wirklich seltsam, was da alles hängen kann.
Vor zwei Wochen hatte ich zwei Freundinnen, Susanne und Irene, zu Besuch. Irene wurde von uns ehrenvoll in den Club der Fünfziger aufgenommen. Irene ist jetzt auch stolze 50 Jahre alt und kann endlich mitreden. Kichernd erzählten sie mir, dass sie sich jetzt sogar mit den Oberarmen zuwinken können. (Männer werden sich jetzt verständnislos anschauen, aber wir Frauen wissen schon von was ich hier erzähle)
Wir haben es dann ausprobiert, fröhlich schwenkten die Beiden ihre Oberarmmuskeln. Enttäuscht musste ich passen. Vom vielen Heu rechen sind meine Muskeln gestählt wie bei einem Kerl, da konnte ich so angestrengt schütteln wie ich wollte, es kam kaum ein leichtes schwabbeln – rein nichts. Jedenfalls haben wir uns gekugelt vor lachen und wir waren froh, dass wir Frauen unter uns waren. Männer verstehen so was nicht. Die denken höchstens: Die spinnen die Weiber!
Aber zurück zu unserem Spiegelbild. Jahrelang habe ich mich über das schlechte Licht in unserem Schlafzimmer geärgert. Heute bin ich froh darüber. Trotzdem sehe ich immer noch genug. Ich trickse mich dann aus. Von vorne sieht die Sache gar nicht so schlecht aus. Ich darf mich nur nicht von der Seite betrachten. Im Fernseher sah ich einen Dokumentarfilm. Dort wurde behauptet: Im Alter gleicht der Körper eines Mannes immer mehr einem Apfel und der Körper der Frau einer Birne. Wenn ich mich nun rundum betrachte nimmt die Birne tatsächlich langsam Gestalt an. So gesehen ist dies eine natürliche Entwicklung.
Männer verstehen uns nicht. Unser Seufzen und Stöhnen über den Schwund unseres Alabasterkörpers weckt in ihnen nur ein verständnisloses Kopfschütteln. Ihnen ist es egal ob sie wie ein Apfel aussehen. Andere Dinge sind weit wichtiger. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen wie viele Männer über vierzig plötzlich mit schweren Motorrädern liebäugeln. Spätestens mit fünfzig haben sie so ein Ding zwischen den Beinen und lassen den Motor röhren. Mein Bruder, ein Jahr jünger als ich; parkierte vor ca. drei Jahren seinen kanariengelben Sportwagen vor unserem Haus. Der schnelle Flitzer war so tief und eng, dass man fast mit dem Schuhlöffel einsteigen musste. Am Arm hatte er eine junge Russin, zierlich und wunderschön. Sein ganzes Auftreten schrie: „Man ich bin ja so was von cool!“ Heute hat er seinen Sportflitzer gegen eine Familienkutsche getauscht. Ich mag meine neue Schwägerin. Zwar kann sie immer noch nicht so gut deutsch, aber meinen Bruder hat sie gut im Griff.

Da kommt die Bescheidenheit der Frau wieder einmal so richtig zur Geltung. Wir wollen weder Motorräder noch grosse Traktoren. Ein bisschen straffer da, weniger Rundungen dort und schon wären wir zufrieden. Aber leider, leider…!
Es bleibt uns gar nichts anderes übrig: Wir müssen uns mit unserem Körper anfreunden. In akzeptieren wie er ist. In seiner ganzen perfekten Unvollkommenheit.
Ich verrate Ihnen aber trotzdem noch einen Trick. Gegen Sie in die Sauna. Am besten in eine gemischte Sauna. Da sind sie; Männer und Frauen wie du und ich. Körper in allen Grössen und Formen, wie die Natur sie geschaffen hat. Keine Supermodels aus den Zeitschriften, die vorher zwei Stunden lang am Computer retouchiert wurden.

Spieglein, Spieglein an der Wand... Töpfchenkrieg

Spätestens nach den ersten sichtbaren Falten, bevor es in Plissee übergeht, sollte man die Kosmetikprodukte wechseln. Anti-Age ist das Zauberwort. Fältchen werden von innen her aufgepolstert, fahle Haut wird wieder frisch und jugendlich.
Egal was für eine Illustrierte ich aufschlage – überall will man mir, mittels Werbung, weis machen, dass es allerhöchste Zeit ist etwas gegen meinen Faltenwurf zu tun.
Kommt es mir nur so vor, oder hat da die Kosmetikbranche eine neue Lücke entdeckt? Nämlich uns – die Frauen ab 50. Und weil wir ja keine Teenager mehr sind und deshalb finanziell besser dastehen, sind diese Produkte auch fast doppelt so teuer.
Egal ob Vichy, Clarins, Nivea oder Garnier die Produktpalette ab 50 wurde kräftig aufgestockt.
Da kommt mir doch eine Freundin in den Sinn. Annama eine rosawangige Deutsche Bäuerin, die mit ihren 60 Jahren immer noch bemerkenswert wenig Falten hat. In Bad Hersfeld fiel sie einer Kosmetikerin bei „Douglas“ in die Finger. Sie musste sich hinsetzen und dann wurde geschmiert, gerubbelt und gesalbt. Dabei redete die Kosmetikerin immerzu von Tiefenwirkung, Kollagen, Elastinfasern. Das meiste verstand Annama gar nicht. Ganz begeistert von den zarten Cremen und den verführerischen Düften wollte sie die ganze Produktelinie kaufen.
„Was muss ich den für das ganze bezahlen“, fragte sie freundlich die Kosmetikerin.
„280 Euro“, meinte diese und strahlte über das ganze Gesicht.
Da lachte Annama, tätschelte der verblüfften Damen die Wange und meinte:
„Ach da bleiben wir doch beim Altbewährten – nicht wahr“, zwinkerte spitzbübisch und griff sich ein Döschen Penaten Babypflege.
Zu meiner Schande muss ich eingestehen, dass ich punkto Kosmetik höchst undiszipliniert bin. Ein Döschen Nachtcreme reicht bei mir sicher ein Jahr, weil ich abends zu müde bin und mich nur gerade zum Zähneputzen aufraffen kann. Eine Gesichtspackung tut enorm gut – aber man muss sie oft eine Viertelstunde einziehen lassen. Spätestens nach fünf Minuten schau ich schon auf die Uhr und fange an zu zappeln. Im Sommer komme ich dann eh mit Sonnencreme aus, dafür diese doppelt und dreifach. Mein Schwiegervater erzählte mir: Eine Schulkollegin war richtig süchtig nach Sonne. Ihre Haut war von der Sonne und Solarium gegerbt. So bekam sie den Spitzname „Ledertäschli“. Auf so einen Kosenamen kann ich echt verzichten.

Seit Jahren benutzte ich nur die Tagescreme von Clarins. Es war lange die einzige die man ohne Parfum bekam. Parfum auf dem Gesicht vertrage ich nicht, da bekomm ich Ausschläge und rote Flecken. Eines Tages hatte die Firma eine glänzenden Idee: Die Döschen wurden mit einem Push’on Deckel fest verschlossen. Das wurde als sehr hygienisch angepriesen, berührte man doch so nur die erforderliche Menge. Der Rest blieb keimfrei im Döschen. Nun kostete mich aber diese „glänzende Idee“ einige Franken mehr. Auch ein richtiges Ausputzen war nicht mehr so einfach. So marschierte ich jedes Mal, wenn das Döschen nichts mehr hergab, in die Werkstatt, klemmte das Ding in den Schraubstock und schlug mit dem Hammer drauf. So kam ich an die restliche kostbare Creme heran. Da die meisten Splitter auf dem Werkstattboden landeten, bekam ich die fehlenden Keime auch noch dazu.
Aber einmal im Jahr leiste ich mir eine Kosmetikerin. Dann aber mit dem vollen Programm. Inklusiv Wimpern und Brauen färben. Soviel (oder wenig) muss sein. Wie säusselt Iris Berben uns aus dem Fernsehen, mit verführerischem Augenaufschlag entgegen:
„Weil wir es uns Wert sind“
Der Spruch ist schon so abgeklatscht, dass es mir jedes Mal die Haare kräuselt wenn ich ihn höre.
Ach übrigens! Die Männer sind da auf der Überholspur. Jawohl die geben in Sache Kosmetik Gas wie auf einem John Deere. Seit zwei Jahren liefern wir an die Kosmetikfirma Clarins getrocknete Bio Blaudistelköpfe. Diese werden extrahiert, daraus entsteht dann Männerkosmetik.
Szene einer Ehe in zehn Jahren:
Die Frau steht im Flur, schaut ungeduldig auf die Uhr „Kommst du endlich, wir kommen noch zu spät“
Da ruft Göttergatte aus dem Badezimmer: „Gleich, meine Gesichtpackung muss noch leicht einwirken!“

Spieglein, Spielglein an der Wand... schnipp schnapp

Es gäbe da natürlich noch einfachere Sachen als sich mühsam die Pfunde herunter zu hungern. Sich mit Sport fit zu halten oder stundenlang bei der Kosmetikerin sitzen.
Frau oder Mann geht einfach in die Klinik und lässt sich von einem Schönheitschirurg alles überflüssige wegschnippeln oder absaugen. Nasen werden verkleinert oder vergrössert. Busen werden gestopft, Muskeln gepusht.
In Amerika ist schon heute der Gang zum Schönheitschirurgen gleichbedeutend wie eine Sitzung beim Zahnarzt. Der Weihnachtswunsch für eine Barbiepuppe oder einem Feuerwehrauto wurde verdrängt, durch den Wunsch nach einer neuen Nase oder einem grösseren Busen.
Die Möglichkeiten sind vielseitig. Saugt man Fett am Po ab, kann man damit die Wangen aufpolstern So entsteht kein Abfallprodukt. Ein Supermodel machte im letzten Jahr sogar Schlagzeilen weil sie die Beine verlängern liess. Aber dies war aus Gesundheistgründen – sagt das Model.
Was in Amerika Anklang findet wird früher oder später meistens auch in der Schweiz landen. Also haltet euch bereit für die Zukunft. Wenn wir im Alter unser Fotoalbum durchblättern sieht die Enkelin vielleicht nicht nur durch die Veränderung des Alters anders aus.

Das hirnrissigste finde ich das Nervengift das die Gesichtsmuskeln lähmen und Falten zum verschwinden bringen. Man kann dies auch selber machen. Einfach vor den Spiegel stehen, Spritze aufziehen und hier etwas spritzen und da etwas spritzen. Vielleicht hängt dann ein Augenlied herunter oder die Mundecken werden schief – egal die Falte ist weg!
In einer Doku erklärte ein Arzt den Vorteil dieser Neuheit. Ich schaute ihm ganz fasziniert zu. Irgendetwas stimmte nicht mit seinem Gesicht. Ich konnte zuerst gar nicht sagen was mich störte. Plötzlich wusste ich es: In seinem ganzen Antlitz bewegten sich nur Augen und Mund. Alles andere schien starr, gemeisselt wie bei einer Statue. Anscheinend war er selber einer seiner besten Kunden. Die Erkenntnis schockte mich. So sah man also aus, mit Schlangengift im Gesicht.
Das Nervengift wurde aus einem Schlangenserum entwickelt. Ich muss also keine Angst mehr haben von Schlangen. Im Gegenteil, sichte ich eine während dem rechen, kann ich sie höfflich bitten: „Kannst du mir bitte mal ins Gesicht beissen, bitte einen kleinen Biss rechts und einen links.“
Ich denke da an das Gesicht meiner Grossmutter. Gezeichnet von den vielen Erlebnisse ihres Lebens. Wenn sie lachte, lachte das ganze Gesicht. Ich empfand ihr Gesicht immer als sehr schön. Geniessen wir also noch unsere Falten – vielleicht werden sie in Zukunft Vergangenheit sein.

Spieglein, Spieglein an der Wand... eine haarige Sache

Es gehört zu den grossen Ungerechtigkeiten dieser Welt dass graue Haare Männer attraktiv machen, Frauen aber nur alt. Wenn ich da an Richard Gere oder Georg Clooney denke… – ja da werden, bei Frau, die Knie weich. Gut, das machen nicht nur die grauen Schläfen - aber es hat schon was…!
Grauen Haare bei Männer zeugen von: Erfahrung, Geborgenheit, Beständigkeit, ein guter Schuss Sex und ein dickeres Portmonee als bei jungem Grünzeug. Ich gebe zu, das Letztere war jetzt gemein. Aber ein bisschen Spott, seitens der Frau, darf schon sein.
Zum Glück haben wir Frauen dafür viele Tricks auf Lager. Färben oder Strähnchen – alles ist erlaubt. Aber der Griff in die Geldbörse ist tief. Besonders wenn „Frau“ so ein Haardussel ist wie ich und das ganze nicht selber machen kann.
Beim „Selbstfärben“ scheitere ich oft schon an der Gebrauchsanweisung. Da steht gleich am Anfang: „Testen sie zuerst an einer unauffälligen Stelle“. Und wo bitte soll die unauffällige Stelle sein? Soviel Haare habe ich nun auch nicht auf dem Kopf, dass irgendwo ein Ort ist den man nicht sieht. Wenn ich dann mutig die Farbe einschmiere – in der Hoffnung es ist tatsächlich braun und nicht orange – läuft sie mir überall hinunter. Braune Bahnen ziehen sich über meinen Körper. Vorne bin ich schnell genug, aber hinten… Herrschaft! Ich bin nun mal 50 und nicht mehr so gelenkig.
Ach wie viel schöner ist es doch beim Coiffeur. Da lehnt man sich gemütlich zurück, bekommt eine Kopfmassage mit duftenden Essenzen. Oder sogar eine Handmassage mit warmem Peeling.
„Hätten Sie gerne einen Kaffee oder lieber einen Saft?“
„Ist die Wärme so richtig, oder mögen Sie es kälter?“
„Was möchten Sie lesen Modezeitschriften oder Klatschspalten?“
Wohlig geniesst man das Dasein unter den Zauberhänden der Coiffeuse. Männer ihr wisst ja gar nicht was ihr da verpasst… seufz!

Im Alter nähern wir uns langsam dem männlichen Geschlecht. - Jawohl! - Als ich vor einem Jahr eines Morgens in den Spiegel schaute, konnte ich es kaum glauben. Ich rannte ins Büro und holte die Lupe. Tatsächlich aus meinem Hals spross ein Haar, lang und braun. Mutierte ich jetzt zu einem Mann? Inzwischen kämpfe ich schon mit drei Stück. Ich beobachte sie aufs genauste. Tagelang sieht man nicht die kleinste Spur und plötzlich sind sie da. Die Pinzette ist immer griffbereit nicht nur im Badezimmer auch in der Handtasche.
Es ist überhaupt unglaublich wo plötzlich überall Haare wachsen. Meine Kosmetikerin fragte mich beim letzten Besuch: „Darf ich Ihnen die Härchen um den Mund auszupfen?“ Haare um den Mund? Was? Wie? Wo? bekomme ich jetzt auch noch einen Schnauz. Im Geiste sah ich mich schon einen Schnauz zwirnen. Ich habe ja gar nichts gegen Haare, aber können sie nicht gefälligst alle auf meinem Kopf wachsen – wo sie nun mal hin gehören!
In Deutschland gibt es jetzt schon „Enthaarungs-Studios“. Da kann man sich den ganzen Körper mit Warmwachs enthaaren lassen. Überall auch im Intimbereich – Autsch!
Was mich am meisten erstaunte war die Aussage der Kosmetikerin:
„Übrigens, jeder zehnte Kunde ist ein Mann. Und sie sind nicht einmal schmerzempfindlicher als wir Frauen.“
Aber Hallo! Zu Hause jammern sie schon beim kleinsten Schnupfen, als ob sie im Sterben legen. Und wenn ein hübsches Ding ihnen sämtliche Haare am Körper mit Warmwachs ausreisst zucken sie nicht mal mit der Wimper. Da staunt die Frau!