biobergün.ch, Bergün/Bravuogn

2017

19.11.2017 - Fleisch, Schnee und Weihnachten

So, das Alpenbeef ist verpackt und ausgeliefert, wir wünschen allen einen guten Appetit! In diesem Jahr verlief das Fleischverpacken ohne grosse Komplikationen. Einzig Marco war es nicht ganz geheuer, dass ich die Liefertouren selber eingeteilt habe. Ich habs mir aber auch einfach gemacht, ich habe die letztjährigen weitestgehend übernommen - und die waren ja von Marco! Seit anfang November fällt immer wieder ein wenig Schnee, es ist nicht viel doch bleibt er bei den kalten Temperaturen liegen. Für den ersten Schneemann und die ersten wilden Fahrten auf dem Füdlibob braucht es ja nicht viel. Ja und wenn das Fleisch verpackt ist und die ersten Flocken vom Himmel fallen, ist Weihnachten nicht mehr weit. Für dieses Jahr haben wir uns für euch einen speziellen Geschenkservice ausgedacht. Das mit den passenden Geschenken ist ja nicht immer einfach. Bestellen sie bei uns einen Geschenkkorb, da ist für jeden etwas dabei! Wie wäre es ein Fleischplättli auf einem Stück Arvenholz? Oder eingemachte Leckereien in der Geschenkbox? Gerne senden wir Ihnen eine komplette Produkteliste zu und verpacken ein Geschenk nach ihren Wünschen.

Arvenbrett mit Wurst und Käse  Geschenkkörbchen  Geschenk-Box 

2.11.2017 ein kleiner und ein grosser Tunnel

Nun ja beim kleinen Tunnel handelt es sich viel mehr um einen Graben, der führt vom Chant da farrer, das ist die Steigung mitten in Bergün, bis vor unser Haus. In den Graben werden die Rohre für den Anschluss an das Fernwärmenetz gelegt. Unsere Ölheizung hat schon im letzten Winter aus dem letzten Loch gepfiffen, noch einen Winter wollten wir damit nicht riskieren. Nach der Küche und den Badezimmern ist es in diesem Jahr also die Heizung die erneuert wird.
Für das grosse Umbauprojekt haben wir inzwischen die Baubewilligung. Leider steht die Finanzierung immer noch nicht. Am Montag hatten wir hohen Besuch zu Gast, ein Herr vom Bundesamt für Landwirtschaft, drei Personen vom Kanton, jemand vom Plantahof und jemand von der landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaft sassen bei uns am Tisch und wollten sich das Projekt von Nahe ansehen. Damit ist zwar ein weiterer Schritt geschafft, die nächsten Warteschleifen stehen aber schon bereit. Man hat uns ja gewarnt, dass das eine lange und schwierige Sache wird. Das Ausmass erstaunt mich nun aber doch. Baustart wird also frühestens im März sein.
Im grossen Tunnel standen wir vor zwei Wochen - nämlich im neuen Albulatunnel. Dort konnten sie einen kleinen Durchstich feiern. Sie haben die problematische Zone hinter sich gelassen und sind in der grossen Kaverne angelangt. Zur Feier durften wir einen Apero mit Gerstensuppe servieren. Im Gegensatz zum Gotthardtunnel ist es im Albulatunnel nämlich ziemlich kalt, da waren die geladenen Gäste froh um etwas Warmes. Es war ein tolles Erlebnis, diese Baustelle mal hautnah zu erleben. Romy und ich haben einen Zug (Güterbauzug) später aus dem Tunnel genommen, weil wir noch aufgeräumt haben, dabei hatten wir Zeit uns auch den alten Tunnel etwas näher anzusehen. Die Leistung, die vor mehr als hundert Jahren beim Bau des ersten Tunnel erbracht wurde, ist schon eindrücklich. Langsam frage ich was wohl schneller fertig wird, der neue Albulatunnel oder unser Umbauprojekt?

der kleine Tunnel vor dem Haus  der neue Tunnel führt in die Kaverne  Für die Bautrupps gab es einen Geschenkkorb 

10.9.2017 die erste Milch und der erste Schnee

Letzten Samstag kamen die ersten 6 Milchkühe von der auswärtigen Alp nach Hause. Der Alpabzug in Parpan ist jeweils von vornherein festgelegt und wird nicht vom Wetter bestimmt. Wobei das Wetter hat ja pünktlich auf den Herbst zünftig umgeschlagen. Die Kühe sind noch nicht im Stall sondern in unserem Maiensäss in Preda und werden dort gemolken. Romy gibt also wieder Vollgas in der Milchverarbeitung, ab sofort gibt es wieder Jogurt und Frischkäse im Angebot und ab morgen wird auch noch gebuttert.
Das Wetter war unter der Woche noch einmal gnädig, so dass wir das letzte trockene Emd einbringen konnten, ich durfte am Freitag den Rechen offiziell in die Ecke stellen. Riet möchte einige Wiesen noch ein drittes Mal mähen, dann aber nur noch für das Silo. Die Wettergnade hatte aber heute Nacht ein Ende. In den Bergen viel einiges an Schnee, so dass die Kühe eine Woche früher als geplant von der Alp fuhren. Riet war heute den ganzen Tag damit beschäftigt Tiere von A nach B zu führen. Die Galtkühe im Val Tuors bleiben vorerst noch wo sie sind, sie können sich dort gut im Wald verkriechen und schienen heute ganz zufrieden.
Ab sofort nehmen wir übrigens wieder Alpenbeef Bestellungen entgegen!

21.8.2017 - Blaudisteln, Bagger, und Baueingabe

Die Blaudistelernte ist bereits zu Ende. Heute habe ich die aller letzten Stiele aus dem Feld geholt. Bereits letzte Woche haben wir alle Köpfe der bereits verblühten Blumen geschnitten, diese trocknen zur Zeit unter dem Heustalldach und werden nächste Woche ins Wallis verschickt, wo sie zu Männerkosmetik verarbeitet werden. Das bringt mich immer zum schmunzeln Romy und ich bekommen einen Hautausschlag von den Blumen und die Männer schmieren es sich ins Gesicht! Die Blumen waren in diesem Sommer mehrheitlich schön, da es keine lange Regenperiode gab. Jedoch hatte es aussergewöhnlich wenig Blumen, den Spuren zu Folge haben sich wohl einige Tiere an den Pflanzen bedient.

Der Bagger - ja was soll ich sagen! Riet hat sich Mitte Juli einen Bagger gekauft. Nach langer, langer, reiflicher Überlegung hat er sich einen Bagger gekauft und sich so einen Kindheitstraum erfüllt. Und dann strahlt er, wenn er endlich wieder Zeit findet irgend etwas rund ums Haus zu 'bäggerle'. Ich habe gar nie versucht das zu verstehen, das verstehen nur Männer und die brauchen dafür keine Worte.

Letzte Woche konnten wir die Baueingabe bei der Gemeinde machen und die Baugespanne errichten. So langsam gilt es Ernst. Obwohl langsam trifft es, durch die Ämter sind wir nämlich immer noch nicht durch, das geht nur sehr sehr sehr langsam. Gut Ding will ja bekanntlich Weile haben.

6.8.2017 -

Gestern konnten wir nach vier Tagen heuen, die Bergwiese Darlux einbringen. Für mich ist das ein Meilenstein im Heusommer. Der Piz Darlux ist unser östlicher Hausberg, die Wiese befindet sich rund um die Bergstation der untersten Sessellift Sektion auf ca 2000 Meter über Meer. Darin liegt auch ihr grösster Vorteil, währenddem die meisten von euch die letzte Woche bei 30 Grad und mehr geschwitzt habt, war es dort oben schon fast angenehm. Der Nachteil liegt in der Grösse, so sind es doch 5 Hektaren, die dort eingebracht werden müssen. Das Gebiet ist steil oder sumpfig, das bedeutet viel Handarbeit für uns. In anderen Jahren hatten wir schon zahlreiche Helfer, die dieses Jahr fast alle ausblieben. Die Grundbesetzung lag in Romy, Riet und mir. Am Mittwoch konnte Marco mithelfen und am Samstag kam Duri zur Hilfe. Anders als in vorher gegangen Jahren, hat Riet die Wiese aber Stück für Stück gemäht, wenn wir also mittags auf den Berg kamen, konnten wir das Ende des Arbeitstages schon einsehen. In anderen Jahren hat Riet alles auf einen Knall gemäht, dann wird mir vor lauter liegendem Heu ganz schwindlig. Wir konnten also immer um 17 oder 18.00h vom Berg wieder runter, das ist schierer Luxus, haben wir doch schon die eine oder andere Nachtschicht auf dem Berg geschoben. Jetzt fehlt uns nur noch die Bergwiese Fallein, dann haben wir das Heu für dieses Jahr schon wieder geschafft!

1.8.2017 - einen Gast, ein neues Hobby und ein schlechtes Gewissen

Ja ich bekenne mich schuldig! Ich habe sie hoffnungslos vernachlässigt! Mein Neujahrvorsatz ging gründlich den Bach ab. Je länger ich jeweils warte mit der Aktualisierung, umso schwierig wirds dann. Ich weiss dann gar nicht wo anfangen, es gäbe so viel zu erzählen.
Nun beginne ich einfach mit einem Gast, einem besonders hübschen noch dazu - eine Schwalbenschwanz Raupe! Sie frisst meinen Fenchel im Garten, auch gut, sonst ist irgendwie niemand scharf darauf! Schmetterlinge beschäftigen uns dieses Jahr besonders. Als wir in Stugl am heuen waren - wobei heuen ist eigentlich zu viel gesagt, wir haben ein paar Grashalme zusammengekratzt. Nur 4 Fuder konnten wir dort einbringen, in anderen Jahren 10! - jetzt bin ich abgeschweift, auf jeden Fall konnten wir dort einen wunderschönen weissen grossen Schmetterling beobachten, laut Internetrecherche müsste es ein Segelfalter sein. Letzte Woche waren wir dann im Val Tuors, dort gabs neben deutlich mehr Heu auch haufenweise Schmetterlinge, genauer gesagt Mohrenfalter. Während dem Zvieri setzten sie sich auf unsere Haut um das Salz aufzulecken, besonders für Romina war das ein tolles Erlebnis!
Zurück zu meinem Garten, als ich das erste Jahr den Garten bestellt habe, pflanzte ich auf gut Glück auch einen Kürbis. Das Glück war mir hold, ich konnte tatsächlich 50 Kilo Kürbis ernten. Das war pures Anfängerglück, seitdem gelang es mir nie mehr. Aber ich habe viel ausprobiert und recherchiert, so kam ich auf die Idee, dass der ideale Platz für Kürbisse, gleich neben dem Miststock sein müsste. Denn dort ist die Erde nährstoffreich und die Sonne scheint den ganzen Tag. Riet liess sich davon begeistern, und wie! Als er das letzte Mal Mist ausbrachte, deponierte er mit dem Mistkran einen Haufen Mist gleich neben den Misthaufen - voilà, das sei das Beet! Typisch Riet, ich dachte eher daran dass er einfach die Wiese ein bisschen umgräbt... jetzt haben wir ein Kürbis-Mist-Hochbeet der Extraklasse. Die Setzlinge hatte ich bereits gekauft und weil Riet jetzt unbedingt Nägel mit Köpfen machen wollte, setzte er sie auch grad ein und deckte sie mit einem Vlies auch brav zu - bei uns wird es in der Nacht ja noch lange kühl. Sein Ehrgeiz war geweckt und ein neues Hobby, so nenne es ich jedenfalls, geboren. Jeden Tag hat er sie fleissig getränkt, damit sich die Pflänzchen auch ja wohl fühlen. Und wie sie das taten! Sie fingen an zu wuchern, so dass man das Beet schon bald nicht mehr sah. Vor ein paar Tagen zählte ich bereits 20 Orangen bis Melonen grosse Früchte, noch bevor der August begonnen hat. Ich weiss jetzt schon, was ich im September zu tun habe. Kürbis einmachen, Kürbis einmachen und Kürbis einmachen.

Kürbis Setzlinge Tag 1  nach 3 Wochen  Kürbis heute 

11.4.2017 - ein neues Labor, ein neues Hochbeet und alte Freunde

Romy hat einen Milchverarbeitungskurs gemacht, im März einen für Einsteiger und jetzt Anfang April einen für Fortgeschrittene. Nun ist die Milch bei uns nicht mehr sicher, der Verarbeitungsraum wird zum Labor umfunktioniert und jeder erdenkliche Frischkäse wird ausprobiert. Im April ist die Zeit dazu günstig, es läuft sonst nicht viel in der Direktvermarktung, da darf sie nach Herzenslust herumtüfteln.
Letzte Woche war ich erstmals im Garten, es hat mich in den Fingern gekribbelt! Und als mich der erste Girsch angelacht hat, musste ich einfach zum Häckeli greifen. Dabei konnte ich's natürlich nicht belassen, die ersten Blumen habe ich angesät, Sträucher geschnitten und das Projekt Hochbeet in Angriff genommen. Diesen Sommer werde ich wohl aufgrund der Baustellen-Installationen meinen Gemüsegarten ruhen lassen. Dafür baue ich mir aus alten Palett-Kisten drei niedrige Hochbeete. Praktischerweise konnte ich so den Sträucherschnitt und Laubresten vom Herbst als erste Fülllage benutzen. Jetzt fehlen noch ein paar Garetten voll Gartenerde und Kompost und dann bin ich gespannt was das Beet so hergeben wird.
Am Donnerstag fahren Romina und ich nach Goldau um mit meinen Eltern Ostern zu feiern. Romina zählt bereits die Nächte und auch ich freue mich auf eine Auszeit, endlich mal wieder ins Kino und alte Freunde treffen.

14.3.2017 - der Jahrhundert Frühjahrsputz

Wissen sie was eine Rotationsworfelmaschine ist? Wir hätten es auch nicht gewusst, bis wir eine solche aus unserem Heustall geborgen haben. Man nennt es laut Wikipedia auch Wind- oder Kornfege oder schlicht Getreideputzmühle. Sie war nämlich dazu da, das Korn vom Spreu zu trennen. Unsere Baupläne stecken zur Zeit in einer anderen Mühle fest und zwar in der Mühle der Behörden. Wir warten also immer noch ab, in der Zwischenzeit wird geräumt und abgerissen. Dabei kommen immer wieder kleine oder eben grössere Schätze zu Tage; eine versenkbare Bernina Nähmaschine, eine alte Bettstatt, einen Heuschlitten und und und....
Die Wintersaison ist vorbei, am Sonntag schlossen das Skigebiet Darlux und die Schlittelbahn. Am Montag haben Romy und ich sofort eine Winterräumungsaktion gestartet, das heisst Gerätschaften und Winterdekoration in den Keller geräumt und die Osterdekoration entstaubt.
Im Garten kann man dem Schnee beim schmelzen zu schauen, dabei kommen nicht nur die ersten Krokusse zum Vorschein sondern auch verräterische Spuren eines nächtlichen Gastes. Eigentlich habe ich erwartet, dass irgendwo unter dem Schnee noch einige Lauche und drei Rotkohle zum Vorschein kommen sollten - stattdessen - Den Kotspuren zu Folge fühlt sich ein Hirsch sichtlich wohl bei mir, er frisst alles weg, was wir im Herbst nicht mehr geerntet haben.

 

17.2.2017 - eine Antwort, viel Winterfreude und noch mehr Gerümpel

Romy hat mir noch am Tag darauf die Antwort geliefert. (siehe Eintrag 10.2.17)
Es scheint nicht an mir zu liegen, sondern an der Küche. Sie hat es geschafft erst einen Milchwasserfall in die Küche zu zaubern und gleichzeitig den Verarbeitungsraum unter Wasser zu setzen! :)
Aber nun zu einem erfreulicherem Thema. Inzwischen habe es auch ich geschafft zweimal auf die Ski zu stehen. Letzten Donnerstagnachmittag in Darlux, es war wirklich herrlich. Es erstaunt mich jedes Mal aufs Neue wie schön es dort oben zum Skifahren ist. Man stelle sich vor, es ist Mitte Februar, herrliches Wetter und trotzdem fast kein Mensch auf der Piste. Zudem gibt es dort keinen Kunstschnee, das ist einfach viel schöner zum fahren. Um den Werbeblock noch etwas auszudehnen; besonders ist das Gebiet nach frischem Schneefall zu empfehlen, dann kann man rechts und links neben die Piste und herrlichen Pulverschnee geniessen.
Leider wissen wir nicht, wie lange wir das kleine Paradies noch geniessen können. Vielleicht haben sie es letzten Frühling auch mitbekommen, dass es unseren Bergbahnen finanziell nicht gut geht. Nach einem erneuten miserablen Winter bin ich nicht sehr zuversichtlich.

Heute Mittag hat es seit einer gefühlten Ewigkeit endlich wieder ein wenig geschneit. Romina wollte sofort nach draussen und hat sich einen tollen Schneemann gebaut - mit Stumpen im Mund.

Unsere Baupläne inkl. einer Grobkostenschätzung sind soweit fertig und bei der nächsten Instanz eingereicht. Bis wir von der Landwirtschafltichen Kreditgenossenschaft Bescheid bekommen, vertreiben wir uns die Zeit mit Ausmisten. Riet verbringt nun jeden Tag ein zwei Stunden damit den alten Gerümpel aus dem Heustall zu schaffen, neu zu verstauen oder zu entsorgen.

10.2.2017 – leistungsstarke Küchengeräte oder wenn der Frühlingsputz schon im Februar stattfinden muss

Vor 4 Jahren durfte ich meine neue Küche beziehen. Durch Romy bin ich dabei auf den Geschmack des Induktionsherdes gekommen. Man ist damit einfach ultraschnell. Das hat beim Kochen um fünf vor 12 natürlich seine Vorteile. Ihr könnt es euch aber schon denken, es hat auch seine Nachteile. Dann nämlich wenn man die Pfanne mit einem Resten Milch wieder auf den Herd stellt, nicht bemerkt, dass sich dieser automatisch wieder einschaltet, die Milch deshalb weiter erwärmt wird und man dann unnötigerweise auch noch die Küche verlässt um mit Romina eine weitere Folge; „Immer dieser Michel“ zu schauen. Auf Stufe Turbo 13 dauert es keine 5 Minuten bis die Küche voller Rauch steht – und wie! Mir blieb also nichts anderes übrig als mit dem verfrühten Frühlingsputz beim russverschmutzten Dampfabzug weiterzumachen. Ja genau weitermachen! Letzte Woche habe ich durch ein kleines Missgeschick nämlich die Küchenkombination unter Wasser gesetzt, worauf die darunterliegenden Schubladen grad frühlingsgeputzt wurden. Zwei Tage später musste ein unangenehmer Geruch entfernt werden, worauf die ganze Abfallschublade auch frühlingsgeputzt wurde. Wenn das so weiter geht, ist die Küche noch vor Chalandamarz porentief rein. Vielleicht sollte ich das hier jetzt nicht mehr schreiben, aber es gibt da tatsächlich noch einen Vorfall. Ich führe in der Küche auch eine Küchenraffel vom billigen Jakob. Gefühlte hundertmal habe ich mir damit schon in die Finger geraffelt, Romina ermahnt mich inzwischen sogar schon: Tuesch dier aber nid wieder in Finger schniede! Natürlich mache ich es trotzdem und zwar mit Schwung. Wie gesagt auch letzte Woche beim Kartoffel scheibeln für Kartoffelstock. Natürlich muss ich gschwind ins Bad um ein Pflästerli drauf zu tun, dann klingelt es an der Haustüre und als ich zurückkommen, ist das Wasser in der Pfanne längst verdampft und die Kartoffeln angebrannt. Ist das zu glauben? Passiert das eigentlich nur mir oder ist sonst noch jemand ein Gefahrenpotential in der Küche?

Gute Vorsätze und gute Pläne - 22.1.2017

Hui, jetzt bin ich grad ein bisschen erschrocken. Schon der 22. Januar! Ja, jetzt habe ich den neuen Tagebucheintrag wacker lange 'usegstüdelet'! Einen passenderen Begriff, als diesen irgendwie niedlichen aus dem Schweizerdeutschen, fällt mir nicht ein.
Es wäre wohl Zeit für einen Neujahrsvorsatz: wie wäre es mit einem Update alle zwei Wochen? Bis anhin habe ich versucht monatlich etwas zu schreiben, ob das jetzt sinnvoll ist die Kadenz zu erhöhen - wir werden sehen.
Auf jeden Fall hoffe ich in diesem Jahr viel über unseren geplanten Umbau berichten zu können. Die Baupläne, wie wir es gerne haben möchten, stehen inzwischen! Nun steht uns noch der Spiessrutenlauf über die eine oder andere Fachstelle und zur Bank bevor. In der Landwirtschaft ist scheinbar alles ein bisschen komplizierter.
Gerne erzähle ich euch aber, WAS wir geplant haben! Kurzum ein Traum des Agrotourismus; Unser alter Stall soll zum multifunktionalem Eventraum umgebaut werden, inklusive Einblick in die Verarbeitung unserer Produkte. Obendrüber sind Wohnungen in verschiedenen Grössen geplant. Zu unserem eigenen Wohl, soll es einen neuen Verarbeitungsraum mit Kühl- und Gefrierzelle geben. Zudem ein neues Treppenhaus welches einerseits die Ferienwohnungen separat erschliesst und unsere Wege in der Verarbeitung verkürzt.

Übrigens hat Romina ihr Lieblingskalb bravourös in der Bündner Arena vorgeführt und verkauft!

2016

Pfingstrose im November - 12.11.2016

 

Die Launen der Natur überraschen uns immer wieder. In diesem Jahr sind es weniger die Wetterkapriolen als die Blumen in meinem Garten. Die Pfingstrosen sind Romy's Errungenschaft und blühen pink, rosa und weiss und zwar nicht an Pfingsten sondern bei uns erst Ende Juni. Auch eine etwas speziellere Sorte, eine gelbblühende bereichert unseren Garten. Wobei diese im verregneten Sommer 2014 gar nicht blühen wollte. In diesem Jahr meine ich mich an zwei dieser Prachtexemplare zu erinnern, obwohl die Pflanze jeweils deutlich mehr Triebe vorweist. Zwei dieser Triebe nahmen im Sommer noch einmal Anlauf und überragten die restlichen um gute 50 Zentimeter. Tatsächlich bildeten sie im Herbst sogar zwei Knospen und eine davon öffnete sich Ende Oktober. Währenddem die meisten Pflanzen schon längst dem Frost zum Opfer gefallen waren, blühte die Gute unerschütterlich weiter. Erst letzte Woche als gut 20 Zentimeter Schnee fielen, habe ich sie ins Haus gerettet, wo sie mir eine weitere Woche grosse Freude bereitete!

Der letzte Monat stand bei uns ganz im Zeichen des Alpenbeefs. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team, jeder hat seine Aufgaben die inzwischen klar verteilt sind. Wobei eine Premiere gab es; ich durfte die Liefertouren einteilen, also wann fährt Marco wo hin. Er hat dann noch die Lieferzeiten ergänzt, weil er in dieser Beziehung viel mehr Erfahrung hat. Mit dem Ergebnis waren wir beide sehr zufrieden.

Wie schon erwähnt, hat es bei uns geschneit. Am Sonntag vor zwei Wochen haben wir noch eine wunderschöne Herbstwanderung ins Maiensäss nach Falein unternommen. Wir haben Würste grilliert und sassen im Trägerleibchen draussen - der goldene Herbst wie er schöner nicht sein könnte. Am letzten Sonntag hat Petrus dann scheinbar den Winterknopf gedrückt. Es fielen gut 20-30 Zentimeter Schnee, was uns auch prompt einen längeren Stromausfall bescherte. Kein Licht, kein Backofen, keine Lasagne, kein Fernsehen, dafür eine gute Lektüre waren die Folge. Nein nicht bei gemütlichem Kerzenschein, sondern in hell erleuchtetem Wohnzimmer - Riet's LED-Akku-Strahler sei dank.

Im Stall hat es nun bereits 8 Kälbchen, dieses Jahr eine etwas Mädchenlastige Angelegenheit: Lia, Lotti, Lila, Lucy, Lisa und Luna - Leo und Lupo habens da schwer. In jedem Jahr behalten wir etwa zwei Kuhkälbchen als zukünftige Milchkühe. In diesem Jahr sinds nun wesentlich mehr, weshalb wir einige verkaufen werden. Romina übt nun jeden Tag fleissig die Tiere am Halfter zu führen, damit sie dereinst problemlos vorgeführt werden können.

Es herbschteled... - 17.9.2016

...wenn das letzte Emd eingebracht ist.
...wenn die Kühe von der Alp fahren.
...wenn die ersten Alpenbeef-Bestellungen ins Haus flattern.
...wenn im Garten nochmal richtig viel geerntet werden kann.
...wenn im Ofen wieder ein Feuer brennt.
Es kommt mir vor als hätte jemand den Schalter umgekippt. So voilà jetzt ist Herbst.
Letztes Wochenende war ich für ein Klassentreffen in meiner Heimat. Am Sonntag hatten wir das Glück, dass wir noch eine Runde mit dem Boot ausfahren konnten. Der Vierwaldstättersee hatte noch (fast) angenehme 21 Grad, es fühlte sich an wie Sommer. Und heute als die Kühe feierlich durchs Dorf marschierten, hingen die Wolken dicht über dem Dorf, das erste farbige Laub liegt am Boden und man benötigt eine warme Jacke - es ist Herbst.
Sobald es wieder ein paar Tage trocken ist, wartet der Garten auf mich. Inzwischen blühen sogar schon Brokkoli, Rucola, Salat und ein Fenchel, der es nicht bis in die Küche geschafft hat. Wenn der Nachtfrost noch ein bisschen auf sich warten lässt kann ich dieses Jahr endlich wieder ein paar Kürbisse ernten. Die Zucchetti Schwemme habe ich schon hinter mir. Ich habe sie kiloweise süsssauer mit Curry einemacht. Einmachen finde ich etwas ganz lässiges! Letztes Jahr habe ich eine Frau sagen hören, dass vieles was man als Hausfrau so macht, nicht für lange hält - putzen, kochen, waschen. Eingemachtes hingegen hält lange! Das habe ich mir zu Herzen genommen, im Keller hats noch Spargel, Zwetschgen und Zucchetti, Kürbis kommt hoffentlich noch dazu! Im letzten Jahr konnte ich sogar Essiggurken einmachen.
Was auch lange anhält ist die Bauerei! Jawohl unsere Badezimmer sind immer noch nicht fertig. Seit über zwei Monaten leben wir nun mehr oder weniger auf einer Baustelle, die Vorfreude wird drum umso grösser!

Frauenpower - 31.7.2016

Auf unserem Betrieb herrscht zur Zeit die reinste Frauenpower. Erstmals aufgefallen ist es mir beim Heuen in Preda. Neben mir, Romina, Romy, Domenica (Lernende), Ritabina(Tante), Lara und Ella (Landdienst-Mädchen)hatte Riet nicht immer einen einfachen Stand. Doch beklagen kann er sich nicht, immerhin haben wir nicht nur Preda sondern auch die Wiese im Val Tuors fertig eingebracht. Inzwischen haben uns sowohl Lara und Ella als auch Domenica verlassen, doch die Ablösung lässt nicht lange auf sich warten, so durften wir gestern Kathrin für zwei Wochen bei uns begrüssen und am Dienstag wird Patrizia ihre Lehrstelle bei uns antreten. Marco ist zur Zeit auf seiner Arbeitsstelle im TopShop in Tiefencastel völlig ausgelastet, aber ich bin mir sicher, er freut sich auf seinen nächsten freien Tag, wenn er sich auch mal wieder auf einen Traktor schwingern darf.
In unserem Haus herrscht zur Zeit eine Baustelle! Riet hat die Schlechtwettertage genutzt um das untere Badezimmer auszureissen. Auch die Bauarbeiter haben sich ins Zeug gelegt und bereits die sanitären Installationen und Gipswände fertig gestellt.
Auf die Blaudistelernte warten wir immer noch. Vor zwei Wochen hat es in Preda sogar noch einmal geschneit, der Anblick war mehr als trostlos und ich war mir sicher, dass es wohl nichts mehr zu ernten geben wird. Doch schon zwei Tage danach, standen alle wieder in Reih und Glied. Die Disteln sind glücklicherweise robuste Pflanzen. Inzwischen sind die ersten Blumen blau und Ende dieser Woche, werden wir wohl die ersten ausliefern können.

Alle Vögel sind schon da! - 6.7.2016

In unserem alten Heustall nisten zwei Hausrotschwanz-Familien.
Die eine Familie hat sich kurzer Hand ein verlassenes Schwalbennest zu eigen gemacht. Die andere hat einen alten Büschel Heu auf einem Balken zum Nest umfunktioniert. Anfangs waren wir uns nicht sicher, ob wirklich jemand drin wohnt. Vorgestern hatte ich dann den Fotobeweis, dass in einem Nest zwei Vögelchen wohnen, gestern sah ich ein drittes und heute schon ein viertes. Inzwischen haben sie auch kaum mehr Platz, ich befürchte schon, dass bald das erste rausfällt. Unsere Katze Whiskey würde es freuen, Vögel sind ihre Lieblingsspeise! Wobei Vater Hausrotschwanz würde es ihr schwer machen. Kaum nähert sich jemand dem Nest, führt er ein wahres Affentheater auf, um den Fremden vom Nest abzulenken.
Romina hat Anfang Winter eine Glocke mit Vogelfutter gebastelt. Diese bekam einen prominenten Platz auf unserer Laube. Leider fand den ganzen Winter über kein einziger Vogel den Weg dahin. Erst Anfang Mai entdeckten zwei drei Kohlmeisen das Futter. Endlich konnten wir jeden Tag beobachten, wie sie wacker die Körner aus dem Säcklein pickten.
Ich finde es etwas wunderbares die Vögel zu beobachten - weniger wunderbar sind jedoch die Spuren die sie hinterlassen. Kaum zu glauben dass diese kleinen Dinger so einen Mist von sich geben!

Geschafft! - 06.06.2016

Nein, die Heuernte ist noch nicht eingebracht, noch keine einzige Wiese.
Aber unser wohl grösster Event in naher und ferner Zukunft. Am Freitag durften wir den Apéro für die Generalversammlung der Rhb ausrichten, für sage und schreibe 400 Personen. Im März dachte ich noch 120 wären viel, bis Riet diese Sache an Land gezogen hat.
Nun gut, gut geplant ist halb gearbeitet. Ich habe mir eine tolle Excel-Tabelle gebastelt, die spuckt mir nicht nur aus, wie viele Esswaren ich benötige, sondern auch wie viel das kostet - mein ganzer Stolz! Wir benötigten also: 16kg Fleisch, 15kg Brot, 10kg Käse,8kg Birnenbrot, 70l Milch die zu Frischkäse weiterverarbeitet wurden. Bevor wir das alles verarbeiten konnten, haben Romy und ich vorletzte Woche einen regelrechten Schlachtplan ausgeheckt. Wann machen wir Jogurt, den wir dann für den Blüemlikäse benötigen, wann machen wir Frischkäse, wann kaufen wir ein und und und. Um all die Esswaren auf rund 40 Platten anzurichten, benötigten wir natürlich Hilfe. Mutter, Schwägerin, Tante, Freundin, Nachbarin alle waren zur Stelle und haben den Plan bravourös in die Tat umgesetzt. Um Punkt 15.30h stand das Buffet bereit zur Erstürmung. Schon die ganze Woche über bibberte ich abwechslungsweise ob wir wohl zu viel oder zu wenig bereit stellen werden. Um 16.30h wusste ich dann endlich Bescheid, es hat gereicht ohne dass wir massenhaft Resten verwerten müssen. Nahezu perfekt!
Ich bin richtig zufrieden und stolz auf uns - besonders auf die vielen tollen Helferlein, die uns so tatkräftig unterstützt haben.
Ganz abgesehen davon, gehen die ersten Kühe bereits nächste Woche auf die Alp. Und sobald das Wetter dann ein paar Tage trocken wäre, könnten wir dann auch mal mit mähen anfangen.

die Hühner sind los 4.5.2016

Ja genau! Eigentlich haben wir ja gar keine Hühner. Ich scheine nicht besonders talentiert zu sein, was die Haltung von Gefiedertem angeht. Aber unser Nachbar hat welche. Die haben ein schönes Gehege, drinnen wie draussen, zum scharren, picken, sich verstecken, Eier legen, was Hühner den lieben Tag lang halt so tun. Jedoch scheinen die Hühner dem Menschen auch ein wenig ähnlich, sie können nämlich richtig fies sein, dann hacken sie auf den anderen rum und plagen sie ganz furchtbar. Unser Nachbar lässt die Verstossenen deshalb raus, die dürfen dann spazieren gehen. Anfänglich kam mal eines alleien vorbei, pickte und scharrte friedlich in der Gegend rum, scheinbar seelig über die gewonnene Freiheit. Ich finde freilaufende Hühner irgendwie idyllisch, es vermittelt einem das Gefühl von purer Bauernhofromantik. Die alte Petze von einem Huhn erzählte jedoch bald ihren Freundinnen, dass es bei uns besonders leckere Würmer gäbe und schon bald kamen sie scharenweise! Eskortiert von einem stolzen Güggel wie er im Buche steht. Wirklich ein Prachtexemplar. Nun war es im Garten aber gar nicht mehr lustig. Stellen sie sich meinen frisch umgestochenen Garten vor, der wunderbar vorbereitet aufs Gemüse wartend von zehn scharrenden und pickenden Hühnern malträtiert wird. Sogar im Tunnel waren sie, wo bereits erste Salatsetzlinge und Kohlräbli angesichts der Kälte um ihr überleben zitterten. Kurzdarauf entsetzte sich auch Romina über die Viecher: Mami die haben alle Himbeeren ausgegraben! Tatsächlich kaum eingepflanzt, standen sie kreuz und quer an ihren Plätzen. Na ja, angesichts der tiefen Löcher wars vielleicht eher der Dachs. Nichts desto trotz, irgendjemand hat die Hühnerbande angeschwärzt, gestern wurden sie eingesammelt, heute war keines mehr da. Wahrscheinlich haben sie Hausarrest - oder etwa im Suppentopf?

Ausräumen - ausbrechen - aufräumen! 3.4.2016

Endlich ist es soweit! Diesen Frühling soll es neue Badezimmer geben. Im ersten Stock wo vorher unsere Küche war, möchten wir ein Badezimmer einbauen. Dieses muss ich mir aber erst einmal verdienen. Die Küche war nämlich vollgestopft mit meinem Bastel- und Handarbeitsmaterial und allen möglichen Dingen, die man gerade nicht sehen möchte. Die ersten Sachen, die die man sicher behalten möchte, waren ja schnell in Kisten verpackt und ausgeräumt. Dinge, welche ich seit 3 oder sogar 5 Jahre doch nie gebraucht habe, habe ich entsorgt. Inzwischen habe ich noch zwei Plunderkisten mit Kleinkram, man müsste es aussortieren, versorgen, entsorgen - kurzum extrem anstrengend, weil man soooo viele Entscheidungen treffen muss. Vor zwei Wochen haben Riet und Romina dann noch die ganze Küchenzeile abmontiert und rausgetragen. Romina findet nun sieht der leeren Raum aus wie eine Garage!
Das Wintergeschäft ist vorbei und der Wurstkeller dementsprechend leer. Riet und Romy waren deswegen bereits wieder einen Tag beim Metzger und haben Fitness- und Ringsalsiz nach Hause gebracht. Momentan werden sie gerade gepresst bevor sie zum trocknen aufgehängt werden.
Vergesst nicht eure Portion Alpenbeef zu bestellen! Schon bald geht die Frühlingslieferung raus!

Noch mehr Events und flüssiger Schnee - 3.3.2016

Ja der Februar hatte es wie immer in sich. Die Schlittler sind in Scharen gekommen und haben uns zeitweise fast die Haare vom Kopf gegessen. Wir sind also sehr zufrieden mit dem Wintergeschäft. Mit dem Winter hingegen weniger. Im Februar hat es tatsächlich jede Woche einmal geregnet. Das Trauerspiel war immer dasselbe, am Vormittag leicht föhnig, am Nachmittag Regen, in der Nacht Schnee und am anderen Morgen gings von vorne los. Die richtig schönen Wintertage können auch wir an einer Hand abzählen. Der Supergau fand aber letzte Woche statt. Bei hohen Temperaturen schmolz der Schnee rasant dahin, konnte jedoch nirgends abfliessen, da die Abflüsse mit Schnee bedeckt waren. Unglücklicherweise liegen die Kellerfenster tiefer als die Strasse, was zur Folge hatte, dass das Wasser im Sturzbach in den Keller lief. Romina und ich sind sofort wie die Feuerwehr ausgerückt um die Strassen freizuschaufeln.
Ursprünglich bin ich ja Lehrerin und unterrichte dies auch zwei Tage die Woche. Mit dem Umzug nach Bergün wurde ich ausversehen auch noch Bäuerin und inzwischen mache ich eine interne Weiterbildung zur Gastronomiefachfrau ganz nach dem Prinzip: learning by doing. In der letzten Woche durften wir nämlich grad drei Gruppen bedienen. Zum einen kamen unsere lieben Skilehrer-Freunde von der Lenzerheide zum Schlittelausflug nach Bergün und wurden von uns mit heissen Würsten, einem Plättli und Glühwein verpflegt. Am Samstag hat sich eine weitere Gruppe von 30 Personen angemeldet zu Wurst und Gerstensuppe und zu guter letzt konnten wir am Dienstag einen Mega-Apero für 120 Personen in der Turnhalle ausrichten. Dieser hat mir ehrlich gesagt Bauchweh und schlaflose Nächste beschert. 120 Personen schien mir definitiv eine Nummer zu gross. Wie viel Fleisch und Käse benötigt man pro Person? Wo bekommen wir die Gläser und die Tischtücher her? Herrje einen Tischdekoration muss auch noch her! Sind wir genügend Leute? Schaffe ich die Platten rechtzeitig fertig? Alles halb so schlimm, alles hat prima geklappt! Um 12.00 Uhr konnte ich mit guten Gewissen den Apero frühzeitig verlassen um mit Romina den Chalandamarz im Engadin zu geniessen.
Jetzt bleibt mir noch die Saison ausklingen zu lassen - die Luft ist langsam draussen - um anschliessend das Chaos im Haus zu beseitigen, mit einem kräftigen Frühlingsputz. Zum Glück dauert der Frühling bei uns bis in den Juni hinein! ;)

Baupläne und Events im alten Stall - 04.02.2016

Seit gut einem Jahr überlegen wir intensiv, wie wir das alte Stallgebäude umnutzen können. Für mich war schnell klar, dass die ganze Verarbeitung auf eine Ebene muss. Unsere Direktvermarktung ist ja seit ihren Anfängen vor gut 20 Jahren enorm gewachsen. Der Verarbeitungsraum platzt aus allen Nähten und die Lager von Gebinden und Produkten befinden sich in allen Ecken des Hauses. Interessanterweise ist der neue Verarbeitungsraum gedanklich schon mehrmals umgezogen, von der Fanüle zum Ochsenstall und wieder zurück. Jetzt sollen sich die Architekten mal ein bisschen die Zähne ausbeissen. Wobei, das haben sie bereits einmal getan, im Sommer als es darum ging das ganze Gebäude zu vermessen. Ich glaube, die haben keinen einzigen rechten Winkel gefunden!
Aus dem alten Kuhstall soll etwas besonderes werden. Gerne möchten wir diesen als Event-Raum nutzen. Etwas ähnliches gibt es in Bergün und Umgebung nämlich noch nicht. Zudem werden wir immer wieder von Gruppen angefragt, die gerne verpflegt werden möchten und dann sind da ja noch die vielen Hochzeiten in Bergün. Diese Idee haben wir auch unseren Freunden vom Kurhaus erzählt, welche sofort Feuer und Flamme dafür waren und schon kurz darauf den Raum mieteten. Welcher wohlbemerkt noch nicht umgebaut ist. Riet und mein Vater haben den ganzen Raum ausgeräumt, die Löcher im Boden und in den Wänden wurden gestopft und schon konnte es los gehen. Es war schon erstaunlich, wie wenig nötig war um ein gemütliches Ambiente zu schaffen; indirektes Licht, ein paar Kerzen und eine Playlist mit volkstümlicher Musik - et voilà! Auf den Tisch kam unser hauseigenes Alpkäse-Fondue. Den Leuten hat es so gut gefallen, dass uns das Kurhaus Mitte Januar noch einen weiteren Event organisiert hat. Dieses Mal eine Gruppe Studierende von einem englischen College. Besonders gefallen haben ihnen die schwarzen Schiefertafeln mit denen früher die Plätze der Kühe angeschrieben waren. Die hatten zu Hause sicher etwas zu erzählen: zum ersten Mal Fondue gegessen und das in einem alten Kuhstall!

Zurück zu unseren Bauplänen. Die erste Bauetappe findet im Wohnhaus statt. Diesen Frühling bekomme ich endlich meine neuen Badezimmer, wenns klappt bauen wir im ersten Stock unsere alte Kühe in ein Badezimmer um, das hätte dann ein Gewölbe. Im Erdgeschoss bleibt das Badezimmer wo es ist, es wird einfach saniert. Ich freu mich wie ein kleines Kind. Letzte Woche bin ich in Chur schon mal durch eine Ausstellung flaniert, es gibt ja so viele schöne Sachen!

   

2015

17.11.2015 - Metzgete

Im Herbst dreht sich bei uns alles um Würste und Fleisch.
Bevor wir jeweils Mitte Oktober bis Mitte November das Alpenbeef ausliefern, sind jeweils noch die Wurstwaren an der Reihe. Gewurstet und geräuchert wird bei unserem Metzger in Thusis. Wir nutzen seine Infrastruktur und sein Knowhow und bringen unsere eigene Arbeitskraft mit. Anschliessend pressen wir die Salsize bei uns im Heustall und hängen sie dann unter dem Dach zum Trocknen auf. Die Trocknungszeit hängt ganz von der Witterung und der Wurst ab.
Die Alpenbeef-Saison verlief in diesem Jahr fast ohne Zwischenfälle. Wir sind inzwischen ein eingespieltes Team, jeder weiss was er zu tun hat. Ich bin für die ganze Administration zuständig, Romy kümmert sich um das Fleisch selber, Marco liefert das Fleisch aus und Riet, ja was macht der eigentlich? Der kümmert sich um die Tiere, die dann im nächsten oder übernächsten Jahr an der Reihe sind.
Seit geraumer Zeit sind alle Tiere wieder im Stall, rund die Hälfte der Kälber sind bereits geboren. Am meisten wachsen einem aber immer die ersten ans Herz, in diesem Jahr ist es Karli. Auch er war eine Zeit lang alleine bis er Gesellschaft bekam. Romina spielte jeweils mit im Fangen und Vertecken, kaum vorstellbar, aber das klappte wirklich. Karli freut sich auch jetzt noch, wenn Romina ihn im Stall besuchen kommt, nur zum Spielen ist es jetzt aber schon fast zu eng.

 

23.9.2015 Alpabzug und erste Schneeflocken

 

Am Samstag war es soweit die Kühe fuhren von der Alp Tisch hinunter ins Tal. Feierlich geschmückt zogen sie zusammen mit den Bauern und den Älplern durchs Dorf bis zum Bahnhof. Dort wurden die Besucher durch die Alpgenossenschaft mit Sandwich und Kuchen verköstigt.
Anschliessend durften unsere Kühe mit dem Kuh-Taxi nach Preda fahren, sie hatten schliesslich schon einige Kilometer in den Knochen. Nun dürfen sie noch Tag und Nacht an der frischen Luft sein und werden jeweils morgens und abends im Maiensäss gemolken.
Gestern hat Riet, in seiner Funktion als Alpmeister der Mutterkuhalp, alle Mutterkühe von der Alp geholt. Einige kommen von weit her und wurden heute mit Lastwagen zurück in ihre Ställe gebracht. Auch unsere Jungtiere mussten die Alpweiden verlassen, heute Morgen fielen dort nämlich etwa 30cm Schnee. Bei uns im Dorf gab es nur einig Flocken und die Wiesen wurden ein wenig weiss. Romina hat sich sehr über den ersten Schnee gefreut.

20.7.2015 Sommermarkt und erste Blaudistelernte

Jetzt sind wir im Schuss! Das Bergrennen (also das Berheuen) hat begonnen, der Sommermarkt ist geschafft und die ersten Blaudistel sind geernet.
Dank dem schönen Wetter sind wir wunderbar im Zeitplan. Stugl konnten wir schon fast gemütlich in drei Tagen einbringe. In Preda waren wir nur zwei Tage, da wir wegen des Bau des neuen Albulatunnel weniger Land bewirtschaften können. Nun sind wir gerade im Tuors, da hat uns ein Sommergewitter erwischt und wir hatten ein kurzes Rechen-Revival vom letzten Jahr, das Heu hat regelrecht am Boden geklebt. Aber irgenwie hat es uns gar nicht gestört, das bisschen Wasser tat der Natur mehr als gut.
Am Sonntag waren wir wieder am Bergüner Sommermarkt vertreten. Das Wetter war ein bisschen zu gut, so dass die Leute lieber wandern gingen als durch die Stände zu flanieren. Zudem ist es jedes Mal eine riesen Materialschlacht, wir benötigten einen ganzen Tag für die Vorbereitungen und heute einen halben, um wieder alles zu verräumen. Zum Glück werde ich gerade tatkräftig von Simona unterstützt. Sie ist bereits zum dritten Mal bei uns im Landdienst und weiss wie der Laden läuft.
Heute Nachmittag streiften wir das erste Mal durchs Blaudistelfeld und konnten gute 400 Stiele schneiden. In den letzten Jahren lief es ja leider nicht mehr so gut, irgendein Wurm hat sich im Feld eingnistet, so dass die Blüten sehr unschöne braune Flecken hatten. Letztes Jahr war dann der absolute Tiefpunkt, als wir nur etwa 1500 Stiele schneiden konnten, und selbst diese regelrecht suchen mussten. Ende Saison haben wir deshalb entschieden, dass die schwarze Bändchenfolie wegmuss, wer weiss, vielleicht war den Disteln einfach zu warm. Zudem hat Riet im Frühling ein wenig gemistet, dass sie eine Extraportion Nahrung hatten. Bis jetzt läuft es tatsächlich prima, die Disteln sind zwar später dran, doch sind sie wunderschön. Sicher spielt das Wetter auch eine Rolle, die Disteln mögen es lieber trocken als nass.

25.6.2015 - das erste Heu ist eingebracht

Riet hat natürlich Nägel mit Köpfen gemacht. Der Wetterbericht hat drei Tage schönes Wetter vorausgesagt, also müssen auch drei Wiesen gemäht werden, Clix (bei der Talstation), Tect und Sagliaz. Alle Bauern in Bergün hatten das pure Kribbeln, seit Tagen fahren nichts als Maschinen vor unserem Haus herum, es wurde gemäht was das Zeug hält, gezetet und ab heute eingebracht. Im ganzen Dorf riecht es wunderbar nach Heu.
Mir bereitet momentan mein Garten am meisten Freude. An allen Ecken blüht es, gerade haben es die Pfingstrosen geschafft. Auch konnte ich schon den ersten Salat aus dem Garten nehmen, so früh wie noch nie. Eigentlich würde ich gerne noch einmal etwas Gemüse pflanzen, doch blockieren eine Horde Blaudistelsetzlinge meinen Garten! Falls also jemand Interesse hat, meldet euch einfach.
Apropos Blaudisteln, auch diese sind in den Startlöchern. In meinem Garten haben die meisten Pflanzen schon Blüten, wobei sich die erste auch schon leicht blau verfärbt. In Preda wird es aber wohl zwei bis drei Wochen dauern, bis es soweit ist.

20.5.2015

   

Bei uns hat der Winter kurz Hallo gesagt! Heute hat es Frau Holle schneien lassen, wie den ganzen vergangen Winter kaum.
Gestern haben wir die Gemüsesetzlinge noch rasch unter einem Tunnel in Sicherheit gebracht und die frisch gepflanzten Blumen vor dem Haus unters Dach gestellt.
Bereits letzten Freitag sahen wir einige Flocken, die uns die kalte Sophie schickte. Am Wochenende und Anfang Woche war es aber wieder herrlich warm, so dass die Kühe das erste Mal nach draussen auf die Weide durften. Romina war nicht mehr zu bremsen, ausgerüstet mit Wanderschuhen und Hirtenstab trieb sie die Kühe bis nach Chaschglion, das sind gute 45 Minuten zu Fuss und am Schluss geht es ziemlich steil aufwärts.
Romy ist derweil im Verarbeitungsraum zu Hause, sie arbeitet wie ein fleissiges Bienchen um die Vorratskammer zu füllen. Alpenkapern einmachen, Rhabarbersirup einkochen, Arvengeist abfüllen, Jogurt abfüllen und ganz nebenbei etwas Neues ausprobieren - einen Vegiburger. Ja wieso den nicht. Uns ist zu Ohren gekommen, dass man den guten alten Blüemlikäse auch in der Bratpfanne anbraten kann. Momentan gibt es ihn also uni, gewürzt, pikant oder paniert zu kaufen.

15.05.2015

Neues aus Entenhausen!
Ja wär hätte das gedacht, wir schreiben ein neues Kapitel in unserem Enten-Buch.
Der Frühling zog ins Lande und gespannt warteten wir drauf, bis die Ente endlich Eier legte. Doch es passierte nichts. Tag für Tag. Wir beobachteten wie der Erpel wie verrückt hinter der Ente herjagte, sie von hinten in den Hals biss und versuchte zu besteigen, nur war die Ente leider nicht willig. Ich dachte mir nicht viel dabei, hielt es für das gewöhnliche Paarungsverhalten. Bis ich eines Morgens das selbe Spiel nur mit vertauschten Rollen beobachtete. Hmmm, da kam mir ein Gedanke und Google bestätigte es sogleich - Wir halten ZWEI Erpel! Nach ungefähr sechs Monaten entwickelt sich beim Erpel eine Schwanzlocke, und das Geschnatter ist wesentlich leiser als bei der Entendame. Unsere Erpel schnattern mehr oder weniger synchron und sind beide mit einer prächtigen Schwanzlocke ausgestattet. Es besteht also keinen Zweifel, in diesem Jahr wird es keine Küken geben! Falls jemand aber eine Ente gegen einen Erpel tauschen möchte....ihr wisst ja wo ihr uns findet!

22.03.2015

Der Winter neigt sich dem Ende entgegen! Bei uns ist schon fast alles weggeschmolzen, in der Nacht fielen zwar noch einmal einige Zentimeter Neuschnee, doch dieser holt kommt bloss um den alten Schnee zu fressen! Im Garten blühen auch schon die ersten Schneeglöckchen, und vor dem Haus, habe ich die ersten Primeli verpflanzt.
Wir waren letzte Woche ein paar Tage in den Ferien. Wir erholten uns in einem Hotel von den Saisonstrapazen. Romina ging den ganzen Tag in die Skischule, was mir und Riet erlaubte, das Skigebiet auf Herz und Nieren zu prüfen, es hat wirklich einige tolle Pisten zu bieten. Am Nachmittag gingen wir dann ans Jausebuffet bevor wir uns in der hoteleigene Badeanlage erholten. Herrlich! Und nun kommen wir nach Hause und dürfen es weiterhin ruhig angehen. Ich für meinen Teil bin tiefenentspannt. Bei Riet war die Rückkehr nicht ganz so gelassen, in der Zwischenzeit, hat sich nämlich der Querkanal der Entmistung verstopft. Auf ihn wartete also eine ziemlich unangenehme Arbeit.
In unserem Wurst- und Fleischlager herrscht momentan gähnende Leere. In den nächsten Wochen geht es drum schon bald wieder ans wursten und metzgen, damit wir in der Sommersaison gewappnet sind. Wie sieht es denn in eurer Gefriertruhe aus?

27.1.2015

Eigentlich habe ich mir vorgenommen nicht immer vom Wetter zu schreiben. Und dies übrigens unabhängig vom Jahreswechsel! Aber wenn man so abhängig ist vom Wetter, bleibt einem ja fast nichts anders übrig, zu Mal das Wetter ja weiterhin Kapriolen schlägt.
Währendem in weiten Teilen des Landes nach Weihnachten eine grosse Menge Schnee gefallen war, mussten wir uns mit läppischen 3cm begnügen und uns zu allem Übel, ständig die verschneite Landschaft aus dem Unterland in den Medien anschauen. Es war zum heulen.
Die Skilifte im Dorf konnten nach und nach nur mit Ach und Krach geöffnet werden. Der kleine Tellerlift wurde anfänglich nur zu einem Drittel geöffnet! Und der grössere wurde gar erst letzte Woche in Betrieb genommen. Dass es selten und nur wenig geschneit hat ist ja das eine, aber dass es nach Weihnachten jede Woche mindestens einmal geregnet hat, war nur schwer auszuhalten. Das Wasser schien auch nicht recht zu wissen, wohin es im Winter nun fliessen soll, und sammelte sich in vielen kleinen und grossen Seen im Dorf. Riet zog bereits eine Pedalovermietung in Betracht, die Wiese zwischen Stall und Kirche war nämlich fast zur Hälfte geflutet. Umso schöner war es dann, als es endlich kälter wurde. Und jedes Kind weiss, was dann passiert! Aus den Seen werden wunderbare Eisflächen! Am Samstag wurden diese auch wacker genutzt, da das Eisfeld im Dorf bereits vom Curling Club besetzt war, traf sich die IO kurzerhand auf dem wunderbaren Natureisfeld. Die Stimmung war ausgelassen und man genoss die Weite, die dieser Ort zu bieten hatte!