Das ist unser Stall
Bergün liegt auf 1400m über Meer. Im Stall stehen 30 GVE. Das sind 15 Kühe mit Nachzucht. Wir leben von der Milch, der Mast- und Aufzucht und der Direktvermarktung. 40 ha Land werden von uns bewirtschaftet. Davon sind ca.25 a Blaudisteln. 1993 liessen wir unseren Betrieb zertifizieren. Die Bio-Knospe ist uns sehr wichtig.
Wir kreuzen unser Braunvieh mit Limousin ein. Das Fleisch des Limousin ist sehr feinfaserig, ausserdem sind die Kälber eher klein. Die Kühe kalben leichter, besonders die Rinder. Seit drei Jahren deckt Marco auch mit Jerseystieren. Er möchte das Eiweissgehalt in der Milch steigern. Die Kühe haben aber auch Augen wie ein Reh und ihr Fell ist eher dunkel. Das Schönheitsniveau im Stall haben sie sicher gesteigert. (Zweibeiner nicht eingerechnet)
Unser Stall ist arbeitstechnisch effizient eingerichtet. Die Kälber liegen auf Tiefstreu, die Ochsen auf Trettmist und die Kühe in Boxen. Das Heu, Strohballen und Silo werden mit dem Kran abgeladen. Gemolken wird direkt in den Milchtank. Deshalb haben wir auch oft Mädels als Lehrlinge, sie können vieles ohne Muskelkraft erledigen.
Unser Maschinenpark ist nicht riesig. Viele Landmaschinen teilen wir mit den anderen Landwirten vom Dorf. Der Schiltrac gehört uns. Ich weiss noch wie zäh die Preisverhandlung mit Karl Heer war. Bis um Mitternacht sassen er und Marco in der Küche. Die letzten paar Hunderter konnte Marco noch mit einer Einladung zum Betriebsausflug drücken. Sie kamen dann tatsächlich, die ganze Belegschaft, im Winter, zum Schlitteln. Ich kochte Würste, Kartoffelsalat und verschiedene Bündner Spezialitäten. An diesen Ausflug denke ich noch gerne zurück. Das war richtig lässig. Auch der Politrac ist uns.
Die Kaninchen haben bei uns ein schönes Leben. Im alten Laufstall da haben sie sehr viel Platz. Ursprünglich war es das Hobby von Riet. Er hatte über 50 Kaninchen. Sie waren so zutraulich, dass sie sich an ihn kuschelten, wenn er sich zu ihnen ins Stroh legte. Er liess sie auch weiden. Hinter der Kirche in einem Kaninchenzaun, den er immer wieder versetzen konnte. Leider sprangen oft Hunde hinein und jagten sie herum. Manchmal öffneten Touristen auch das Gehege um mit ihnen zu spielen und sie zu streicheln. Am Abend mussten wir dann auf Kaninchenjagd und unsere Nachbarin beklagte sich über den angenagten Kabis in ihrem Garten. Schliesslich versorgten wir das Freilaufgehege wieder. Seither tollen sie in ihrem grossen Stall herum.Heute haben wir sie nur noch für die Feriengäste. Um sie zutraulich zu machen braucht es sehr viel Geduld und Zeit. Die haben wir leider nicht. So sind sie inzwischen zu ihren Wurzeln zurück gekehrt – zum Fluchttier.
Sie sind jetzt schon sehr alt, aber das macht nichts. Sie gehören einfach auf den Hof.
Normalerweise kommen die Hirsche nicht bis ins Dorf. Obwohl, bei unserem Nachbar sind sie oft und gerne in der Nacht. Er hat ein Fahrsilo.
Diese Hirschkuh war im März 2009 bei uns im Garten. Der Winter war extrem streng für die Tiere. Die Hirschkuh war total geschwächt und nagte an meinem Kompost. Ungewöhnlich, unser Garten ist von Häuser umgeben. So nah war noch kein Wildtier, ausser der Fuchs als er uns die Hühner holte. Ich konnte die Hirschkuh fast streicheln. Der Wildhüter kam und musste sie erschiessen. Sie war schon so abgemagert, lange hätte sie nicht mehr durchgehalten. Armes Tier...

